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Presseinfo an verschiedene Zeitungen im Umkreis. Veröffentlichungen haben bereits stattgefunden, hier der ungekürzte Text vom 18. Februar 2018. 

Ich wusste morgens nicht, wo ich abends lande.

 

Jürgen Schnitker aus Bad Essen flog in einem Ultraleichtflugzeug  der Wittlager Luftsportler nach Sizilien

In der Sonnenbrille spiegelt sich die Weite seiner Reise auf diesem Selfi von Jürgen Schnitker.    

 

Warum mit einem Ultraleichtflugzeug nach Sizilien? Ein Kumpel hatte zum 60. Geburtstag nach Sizilien eingeladen. Und dieser Bekannte hat einen deutschen Freund, der schon gut 20 Jahre seinen Lebensmittelpunkt am Ende des italienischen Stiefel hat.   Automatisch kam Jürgen Schnitker der Gedanke, dabei seinen vor etwa einem Jahr bei den Wittlager Luftsportlern erworbenen Ultraleichtflugschein zu einem Langstreckenflug „auszuprobieren“.

Es gab einen Ultraleichtflugplatz auf der Insel, der etwa 25 km von der „Location“ Palermo entfernt war. Und diese Stadt sollte nun selbst mit dem Vereinsultraleichtflugzeug vom Typ Comco C 42 angesteuert werden. Eine durchaus anspruchsvolle Flugaufgabe im Alleinflug, der Co – Pilotensitz blieb frei. 80 PS –  Viertaktmotor der österreichischen Firma Rotax, ein 65 Liter fassender Tank, eine Reisegeschwindigkeit von etwa 150 km pro Stunde. Stündlich laufen etwa 13 Liter Autobenzin durch die Vergaser, das eine sichere Flugzeit von 4 Stunden zulässt. Das Ganze wird von verschraubten Aluminiumrohren getragen, die mit Kunststoffgewebe bespannt oder mit Formteilen aus Glasfasermaterial beplankt sind. Das sind die Eckdaten für das Transportmittel seiner Wahl.

Bereits Ende Dezember 2016 reifte der Plan, im Oktober 2017 sollte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Dazu braucht es aber ein Flugzeug. Und seine Idee war dazu, das Vereinsultraleichtflugzeug, mit dem er auch das Fliegen erlernt hat, nach Italien zu „entführen“. Ob die restlichen Mitglieder das mittragen und letztlich der Vorstand den Daumen hoch zeigt? Knapp 2 Wochen würden dann der Rest der Luftsportler auf den robusten Schulungsflieger verzichten müssen, wenn alles glatt läuft. Aber es gab grünes Licht für dieses Abenteuer, schließlich können Vereinsflugzeuge für private Zwecke nach Absprache über einen überschaubaren Zeitraum gemietet werden.

Der Flugweg von Bohmte nach Sizilien in einer Übersicht.

 

Nun konnte das Vorhaben vorbereitet werden. Es galt, die Flugkarten zu besorgen, um die zahlreichen Ultraleichtflugplätze in Italien zu nutzen. An persönlicher Ausrüstung hat er sich auf ein Minimum beschränkt, Waschzeug, ein kleiner Werkzeugsatz, ein paar Unterhosen und T-Shirt, s sollten reichen. „Schlafsack und Zelt gehörten nicht zur Ausrüstung, ich wollte in Pensionen und Hotels unterkommen“, so Schnitker. Neben Verzurrmaterial für eine Übernachtung des Fliegers im Freien hatte er einen 20 Liter Benzinkanister an Bord, der unverzichtbar ist, denn auf kleinen Ultraleichtflugplätzen in Italien gibt es meist keinen Sprit. Hilfreiche Flieger gibt es überall, die mit einem zur nächsten Tankstelle fahren, um Autobenzin zu tanken. Das hatte er bei seiner Flugvorbereitung schon erfahren, dass dies ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand ist. Platzprobleme hatte er im Flieger nicht, der Copilotensitz war frei und hinter den Sitzen ist noch ein Gepäckfach.

Dann konnte es losgehen. Allerdings sah die Wettervorhersage am geplanten Starttag am 5. Oktober 2017 in Bohmte nicht gut aus. Ein Tiefdrucksystem war im Anmarsch, neue Überlegungen führten dazu, einfach einen Tag früher zu starten. Die Wetterinformationen auf der ca. 600 km langen Strecke zum Zielflugplatz Kempten-Durach in Südbayern waren positiv. So flog Schnitker Nonstop in 4 Stunden nach Südbayern, wo von den mitgeführten 65 Litern Autobenzin immerhin noch 15 Liter als vorher berechnete Reserve im Tank schwappten. Längst nutzen Privatflieger auch die Satellitennavigation, die auf so einer langen Strecke die Arbeit im Cockpit wesentlich erleichtert. Zur Vorsicht hatte Schnitker noch einen zweiten Satellitenempfänger an Bord, falls das fest eingebaute System die sprichwörtliche „Grätsche“ macht. Und dann ist da noch die Fliegerkarte in Papier, auf die der Finger auf dem eingezeichneten Kurs mitwandert.

Nach einer Übernachtung in Kempten sollte am Folgetag kein fliegbares Wetter sein, um das größte Hindernis nach Italien, die Alpen zu überfliegen. Doch war entgegen der Vorhersage das Wetter bis „zum Anschlag“, bedeutet Sicht ohne Ende. Die Fliegerkameraden und Alpenkenner aus Kempten gaben Schnitker noch Tipps für den Trip, schließlich war es sein Erstkontakt mit den mehreren tausend Meter hohen Bergen, zumindest aus der Sicht eines selbstgesteuerten Flugzeugs. Er entschied sich für das Überfliegen der Alpen, durch die Täler wollte er nicht.

„Ich hatte zu keinem Zeitpunkt bei der Überquerung Zweifel an meinem Vorhaben, falls das Wetter nicht mitspielen würde, wäre Plan B in Kraft getreten, nämlich zurück zum Startort zu fliegen“, so Jürgen Schnitker. Die Alpen überquerte Schnitker problemlos, die gefürchteten Verwirbelungen über den Bergen blieben aus und so landete Schnitker nach gut 3 Stunden Flugzeit südlich der Alpen im italienischen  Ferona.

Nach einer kurzen Tankpause für Flugzeug und Pilot startetete Schnitker zum Flugplatz Fano an die Ostküste des Stiefels. Das sollte dann aber für diesen zweiten Tag reichen, ein Nachtquartier, bestenfalls auch für den Ultraleichtflieger in einem Flugzeughangar, musste gefunden werden. „Ich habe auf diesen Flügen übrigens eine zusätzliche neue Freundin gefunden, auf die ich mich voll verlassen konnte“, so Schnitker in dem Gespräch mit dem Wittlager Kreisblatt. „Keine Zicken, der Motor lief wie am Schnürchen und verbreitete Vertrauen, da konnte ich auch mal Abkürzungen über das Mittelmeer nehmen, denn der Motor weiß ja nicht, dass er gerade über Wasser fliegt…., wir waren sozusagen ein Team.“ Es waren auch Flugplätze dabei, wo niemand anwesend war, auch nicht übers Handy zu erreichen. Dann ist er zu Fuß mit dem kleinen Übernachtungshandgepäck und seinem 20 Liter Reservekanister in die nächste Ortschaft gelaufen, um ein Hotel zu finden. Da spielte es auch keine Rolle, wenn Helfer ihn dreimal zu einer Tankstelle  und Flugplatz fahren mussten, um sein „fliegendes Reisemobil“ wieder aufzutanken.

Angekommen: Jürgen Schnitker aus Bad Essen ist sicher auf der Nordseite der Insel Sizilien auf dem Flugplatz Termini Imerese gelandet.

 

„Verständigungsprobleme gab es übrigens nicht, die Landessprache beherrschte ich nicht, englisch und Hände und Füße waren das Mittel der Wahl“, so der Bad Essener. Am dritten Tag ist er an der Ostküste die Apenninen entlang geflogen, den Stiefel gequert und nach einem Tankstop in Scalea direkt weiter geflogen zum Zielflugplatz Termini Imerese in der Nähe der Stadt Palermo auf Sizilien. Dort erwarteten ihn bereits die Bekanntschaft und seine Frau, die per Linie diesen Weg in 3 Stunden geschafft hatte.

Gab es ein besonderes Erlebnis auf dieser Reise? Ja, die gab es in der Tat auf dem Rückflug. „Auf einem kleinen Flugplatz auf italienischem Festland  bin ich von einem anwesenden Fliegerkameraden zu einer Ferienhausanlage gefahren worden, um dort zu übernachten. Am nächsten Morgen schob der Besitzer dieser Anlage einen kleinen Hangar auf seinem Besitz auf, machte seinen zweisitzigen kleinen Hubschrauber startklar und flog mich von dort die paar Kilometer zum Flugplatz, wo mein Flieger in einer Halle übernachtet hatte“.

Überraschung: In Italien wird Jürgen Schnitker vom Besitzer einer Ferienanlage, wo er übernachtet hatte, mit dessen Hubschrauber zu seinem eigenen Flieger zurückgeflogen.

 

Nach einem Aufenthalt von mehreren Tagen auf der Insel Sizilien, die mit Feierlichkeiten und auch kurzen Rundflügen gefüllt waren, kam er am 16. Oktober 2017 wieder wohlbehalten auf dem Bohmter Flugplatz an. Dieses Flugerlebnis hat ihn geprägt und verlangt nach mehr. Allerdings hat sich Schnitker entschlossen, sich ein eigenes 2 – sitziges Ultraleichtflugzeug in Ganzmetallbauweise anzuschaffen, um unabhängiger zu sein. Das wird in Kürze als großer Holzverschlag per Spedition in Bad Essen angeliefert und muss selbst zusammengebaut werden. Der Bausatz soll auf  dem Dachboden des neuen Sozialtraktes der Luftsportler zu einem Flugzeug entstehen. Dafür hat der Vorstand grünes Licht gegeben, ein Mietpreis wurde festgelegt. Schnitker  wird am 1.Mai zum Tag der offenen Tür den Besuchern sein im Bau befindliches Flugzeug zeigen. Bleibt noch anzumerken, dass sein zukünftiger ultraleichter Flieger „Savanna – S“ aus seinem Reiseziel Italien stammt und sicherlich fliegend einmal zu Besuch dort zurückkehren wird.                                    

Blick ins Cockpit. Schnitker befindet sich an der Nordküste von Sizilien, die Sattelitennavigation ist in Bildmitte zu sehen. 

Bozen in Südtirol liegt auf dem Kurs.

 

Dichte Bebauung: Blick auf den Ort Cefalu, an der Ostküste Siziliens.

 

Text: Friedrich Lüke

Fotos: Jürgen Schnitker und privat

 

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Lindenblatt, Westfalenblatt im Januar 2018

 

Über den Luftsport zum Eheglück gefunden

FL. Vereine haben ja den Hauptzweck, Menschen mit gleichen Interessen zusammenzubringen. Und das wurde kürzlich Im Luftsportverein Wittlage mit einer Heiratsurkunde besiegelt.

Kristin Bühning – jetzt Johanniemann – kam mit einer Sondergenehmigung der Landesbehörde Oldenburg mit 13 Jahren als Flugschülerin zu den Luftsportlern. Quasi vor der Haustür auf dem Bohmter Flugplatz lernte sie das Einmaleins der Fliegerei. Dabei kam sie auch dem damaligen Flugschüler Florian Johanniemann aus Wittlage über den Weg. Einige Jahre später knisterte es nicht nur am Lagerfeuer, sondern auch zwischen zwei Segelfliegern. Ein Idealfall, denn dieses zeitraubende Hobby braucht bei Freundschaften oder wie hier bei einer Ehe das volle Verständnis des Ehepartners oder Partnerin.

Gruß an die Neuvermählten über dem Bad Essener Rathaus mit einem geschmückten Flieger.

Beide haben sich mit Vorstandsposten in den Verein eingebracht und sind aktive Flieger, Kristin als Schriftführerin Florian als Fluglehrer und Ausbildungsleiter.  Und so gaben sich Kristin und Florian Johanniemann auf dem Standesamt in Bad Essen das Ja – Wort in Beisein von Eltern, Bekannten und Trauzeugen. Das eine Abordnung der Flieger bei der standesamtlichen Trauung zugegen war, ist Ehrensache. Dazu mussten die Jungvermählten auch zum Himmel schauen, denn über dem Rathaus kreiste als luftiger Gruß ein mit Girlanden, Eheringen und einem Herz geschmücktes Ultraleichtflugzeug der Wittlager Luftsportler.

Im Spätsommer wollen die beiden die kirchliche Hochzeit nachholen. Die Frage nach der Familienplanung stellt sich erst gar nicht, denn wer kann schon einen 1000 Meter langen Spielplatz im Altkreis vorweisen, wo der Nachwuchs auch von Gleichgesinnten betreut werden kann…  

 

Beim Segelfliegen kennen gelernt: Die Luftsportler Kristin Johanniemann geb. Bühning und Florian Johanniemann.

Fotos privat und Bastian Lochau

 

 

eingetragen von Friedrich am 11.02.2018
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Lindenblatt, Wittlager Kreisblatt, August 2017, Presseinfo Luftsportverein und innogy

Wittlager Luftsportler

starten Segelflugzeuge elektrisch

Stromnetzversorgung für neue Elektrostartwinde

innogy unterstützt das Projekt mit 2.000 Euro

FL und PM innogy. Die Pilotinnen und Piloten können ab sofort mit ihren Segelflugzeugen umweltfreundlich in die Lüfte starten. Die alte, durch einen Benzinmotor betriebene Startwinde wurde durch eine Elektrostartwinde ersetzt. Allerdings musste in der Saison 2016 noch ein miterworbenes Stromaggregat für die Nachladung der Akkus sorgen, die für den Windenstart die nötige Energie speichern. Die Sportler waren sich jedoch einig, dass dies nur eine vorübergehende Lösung sein sollte.  Der Beschluss war schnell gefasst – die neue Startwinde soll über das Stromnetz versogt werden. Hiefür haben die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen in einer mehrtägigen Aktion auf dem Flugplatz Kabel verlegt und zwei Anschlussschränke aufgestellt. Der Anschluss an das öffentliche Stromnetz der Flugplatzanlage aus dem Jahre 1996 führt nur unweit an dem Standort der Elektrowinde vorbei. So konnte zumindest im Westen des Flugplatzes mit einem Erdkabel von 150 Meter Länge der Anschluss an das öffentliche Netz in Eigenleistung hergestellt werden. In diesem Herbst ist der zweite Bauabschnitt in Eigenleistung geplant, dann wird im Osten des Flugplatzes der Stromanschluss für die Elektrowinde in Angriff genommen.

Einen großen Anteil an der Umsetzung hatte innoy-Mitarbeiter Jürgen Hehemann. Der passionierte Segelflieger aus Lemförde, der auf dem Segelflugplatz in Melle regelmäßig in die Lüfte geht, hat den Wittlagern sehr geholfen. Die Meller Flieger haben übrigens schon vor 10 Jahren ihren Segelflugstartbetrieb elektrifiziert. Hehemann hat sich bei seinem Arbeitgeber für den Nachbarverein stark gemacht. innogy übernimmt im Rahmen der Initiative „aktiv vor Ort“ 2.000 € Materialkosten. „Die Stromnetzversorgung unserer Startwinde war uns sehr wichtig. So sehen die Jungpilotinnen und – Piloten, dass nicht nur ein Flugzeug ohne Motor sinnvoll für die Umwelt ist, sondern der Umweltschutz bereits beim Start und auf dem Boden beginnt. Wie freuen uns, dass innogy und Jürgen Hehemann den Luftsportverein Wittlage bei diesem tollen Projekt unterstützt hat.“, sagt Heinz Wischnat, erster Vorsitzender des Luftsportvereins Wittlage.

Soziale Verantwortung übernehmen – auch dafür steht innogy mit der Initiative „aktiv vor Ort“. Im Mittelpunkt stehen Fleiß und ehrenamtlicher Einsatz der innogy –Mitarbeiter. Dabei werden sie organisatorisch und finanziell von ihrem Arbeitgeber unterstützt. Wenn eine Kita eine neue Schaukel braucht, der Dorfplatz der Gemeinde verschönert werden soll oder ein Vereinsheim dringend renoviert werden muss -„aktiv vor Ort“ macht es möglich. Bis zu 2.000 Euro können die Mitarbeiter als Materialzuschuss für ihren genehmigten Projektvorschlag erhalten. Weitere Informationen dazu unter innogy SE Presseabteilung Tel. 0541 3162388 oder unter www.innogy.com      

innogy - Mitarbeiter Jürgen Hehemann (dritter von rechts) half den Wittlager Luftsportlern im Rahmen der Aktion „aktiv vor Ort“ bei dem Projekt Elektrostartwinde.

Elektrowinde nachgetankt: Ein Schaltkasten und ein Kabel sorgen für die Ladung der Akkus während des Betriebs.

 

Fotos: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 10.02.2018
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Lindenblatt  im August 2017

Charlene Braß kreist allein über dem Wittlager Land

17 – jährige Schülerin aus Wehrendorf lernt Segelfliegen  

Von Friedrich Lüke

Wenn das Wetter passt und die Alleinflugreife an diesem Tag auch von einem zweiten mitfliegenden Fluglehrer bestätigt wird, dann steht ein ultimatives Ereignis an, was nicht zu wiederholen ist. Angefangen hatte dieses damit, dass der diensthabende Fluglehrer Tobias Hochow aus Ostercappeln feststellte, dass für die Vorbereitung des 1.Alleinfluges alles abgearbeitet ist. Die bekannte gelbe Schulungsmaschine vom Typ ASK 13 wird aus dem vorderen Sitz eigenverantwortlich gesteuert, der Fluglehrer wird zum Fluggast.

Die 17 – jährige Schülerein Charlene Braß aus Wehrendorf wird in Absprache mit den anwesenden Fluglehrern ihren ersten Alleinflug absolvieren. Sie kam mit 16  zu den Wittlagern Fliegern und ist über den “Umweg“ eines geschenkten Gastfluges mit einem Ultraleicht zum Geburtstag in die Luft gekommen. Bei diesem Erlebnis blieb es nicht, der Wille, es selbst zu erlernen, wurde bei ihr entfacht. Ein Schnupperkurs Segelfliegen kostet 49 €, dafür fliegt 5-mal ein Fluglehrer mit, der Steuerknüppel gehört sofort dem Fluganfänger. Eine Mitgliedschaft im Luftsportverein ist nicht erforderlich, wohl aber der persönliche Einsatz im Mannschaftssport Segelfliegen mit allen „Nebenwirkungen“.

Wird aus dem Schnuppern eine „feste Beziehung“, kann ein knapp kalkuliertes Angebot, das nicht wirklich die Kosten deckt, für Schüler, Auszubildende und Studenten das Angebot sein. Für eine „Flat“ von 15 € pro Monat für die Dauer von 2 Jahren kann bis zum 1.Alleinflug das Segelfliegen erlernt werden, danach fallen normale Startgebühren und Flugzeitabrechnungen an. Das ist für alle Beteiligten – insbesondere bei Jugendlichen – für die Eltern eine überschaubare Investition für den Nachwuchs. Mit Rücklagen vom Taschengeld müsste es zu schaffen sein, überlegte Charlene für ihr neues angedachte Hobby. Nachdem sie sogar Sponsoren für das luftige Vorhaben gefunden hatte, konnte sie als Segelflugschülerin den vorderen Sitz des Schulungsdoppelsitzers „entern“.

Nach nur einem Jahr Ausbildung in Theorie und Praxis bringt Fluglehrer Tobias Hochow es ihr schonend bei: „Du kannst jetzt zu deinen Alleinflügen starten, wenn du es  möchtest“. Dieser Satz verändert alles, ja es sind noch Kinder, die plötzlich auf sich allein gestellt, ein 16 Meter spannendes Fluggerät sicher starten, im Luftraum umsichtig bewegen und dann zum Abschluss noch eine perfekte Landung hinlegen sollen. Die Aufregung kommt prompt. Jetzt allein im Cockpit, die Vorflugklarliste laut „runterbeten“, die Leere hinter einem spüren, der Fluglehrer steht nun am Flugzeug und klinkt das Startseil ein. „Du wirst auch die Erfahrung machen, dass nach Anziehen des Startseils das Gelernte abgerufen wird, es funktioniert zuverlässig“, geben die Fluglehrer ihr mit auf den Weg. Nur erfahrene Windenfahrer werden zu diesem Ereignis rangelassen, gilt es doch hier besonders gefühlvoll das 1200 Meter lange Kunststoffseil mittels Elektroantrieb aufzuspulen.  Einzige Nabelschnur ist noch das Funkgerät. Aus dem Cockpit ist die erhobene Hand zu sehen, über Funk kommt die Startbereitschaft. Das Seil strafft sich, Kommandos wie „Seil straff, fertig und frei“ werden per Telefon an den Windenfahrer übermittelt.  Charlene hebt sofort ab, nimmt erst in größerer Höhe die endgültige Steigfluglage ein und erreicht eine Ausklinghöhe von 400 Meter.

Dann ist für einige Minuten Entspannung angesagt, die junge Flugschülerin fliegt die allseits bekannte Platzrunde ab, hier noch einen Kreisflug und schon kommt von oben die Meldung „Delta 0147 Gegenanflug 10“. Das ist querab vom Beginn des Flugplatzes, 150 Höhenmeter sollen noch unter den Tragflächen sein. Das „Delta“ steht übrigens für Deutschland und die Ziffern wurden vom Luftfahrtbundesamt vergeben, quasi eindeutig für dieses Flugzeug. Der Gegenanflug ist praktisch parallel zum Flugplatz und die 10 sind abgekürzt 100 Grad. Das ist die Ausrichtung des Flugplatzgeländes von West nach Ost und ist behördlich vermessen. Das sei dem Außenstehenden noch kurz erklärt, es ist weltweit so geregelt. Die junge Flugschülerin geht nun ins Finale, alles passt, die Landeeinteilung, die Fahrt - sprich leicht erhöhte Fluggeschwindigkeit -  ist deutlich zu hören, wenn sie jetzt die Landeklappen… ja, da kommen sie schon aus den Tragflächen ausgefahren.

So wird das konstruktiv gewollte gute Gleiten des Schulungsfliegers für die Landung auf den Punkt beherrschbar. Alle Augen auf Charlene, die nun in passender Höhe über die Startstelle fliegt und den schwierigsten Teil der Landung angeht, das sogenannte Abfangen. Paralleles ausschweben über dem Flugplatzrasen durch bedachtes ziehen am Steuerknüppel ist angesagt. Das hat die Flugschülerin vorher 46-mal geübt, der 47 Flug allerdings ohne Fluglehrer. Perfekt kommt es aus vielen Mündern der Zuschauenden, die gelbe Trainingsmaschine rollt noch ein wenig aus und eine Tragfläche senkt sich. Ob sie ein paar Fliegergene vom früher segelfliegenden Opa geerbt hat, ist wahrscheinlich.

Das Glück dieser Erde liegt nicht nur im Reitsattel der Pferde, musste die frischgebackene A – Fliegerin Charlene Braß feststellen.

„Es sind diese Momente, die diesen Freizeitjob als Fluglehrer immer wieder so angenehm machen, wenn besonders junge Flugschüler/innen freudestrahlend neben ihrer Maschine stehen“, weis ein Fluglehrer zu berichten.  Charlene Braß ist nun mitten drin bei den Segelfliegern, aus einer flugbegeisterten Jugendlichen nun eine junge Pilotin geworden, darf die erste Schwinge tragen und wird ihren Weg gehen (fliegen). Oder auch mal mit einem Familienpferd zum Flugplatz reiten, „denn dieses Hobby werde ich trotz fliegen nicht aufgeben, verrät sie lachend.  Das sie wie gewohnt einen Distelstrauch zur Förderung der Feinfühligkeit am Steuerknüppel erhalten hat, ist Tradition. Auch der Hintern wird gern mit einem Klapps für die Thermikaufwinde sensibilisiert, wobei Charlene sich die Kandidaten genau gemerkt haben dürfte, die ihren ersten Alleinflug noch vor sich haben. 

Angekommen bei den Fliegern: Die 17 – jährige Charlene Braß aus Wehrendorf im Cockpit des Schulungsdoppelsitzers im Kreise der Wittlager Luftsportler.

 

Fotos: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 07.02.2018
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Wittlager Kreisblatt vom 16. juni 2017 und div.

 

Segelflugschüler machen Fortschritte

Selbsständige Thermikflüge - Ausbildung bei den Luftsportlern in Bohmte

FL Bohmte Begeisterung fürs Fliegen muss schon da sein. Wenn dann ein wenig Talent dazukommt und die Freizeit auf dem Flugplatz am Wochenende verbracht wird, dann stellen sich fliegerische Fortschritte schnell ein. Maximilian Zorn (Bissendorf), Joel Pohl (Venne) und Bennet Ellgut (Bohmte) haben im letzten Jahr ihre Alleinflugprüfung im Segelflug bestanden.

Nun haben die Jugendlichen mit Flugauftrag die ersten selbständigen Thermikflüge absolviert. Pure Begeisterung sprudelt aus ihnen heraus, wenn sie von 3 Meter steigen pro Sekunde erzählen mit dem es mit Sonnenenergie Richtung Wolkenbasis (da wo die Wolke von unten sichtbar wird) geht. Da kann natürlich mal 1 Meter steigen weniger gewesen sein, ein wenig Fliegerlatein ist aber erlaubt. Die Steigwerte können übrigens auf einem sogenannten Variometer abgelesen werden. Dieses für Segelflieger wichtige Instrument zeigt das Steigen vom Segelflugzeug in Meter pro Sekunde an oder es teilt akustisch über Töne den Zustand an.

Alle 3 fortgeschrittenen Flugschüler haben sich bereits vom Schulungsdoppelsitzer in der Ausbildung vorerst verabschiedet, fliegen die sogenannte Ka 8, ein robuster Schulungseinsitzer, der in der Handhabung dem Doppelsitzer ähnelt.  Maximilian Zorn hat bereits die sogenannte „C“ in der Tasche und fliegt den Kunststoffeinsitzer Astir. Mit diesem Flugzeug gelang ihm jetzt ein 5 – Stundenflug am Stück. Das ist übrigens schon die erste sportliche Bedingung für die Silber C, die ein Segelflieger verliehen bekommen kann.

Bennet Ellgut aus Bohmte hat übrigens nach 44 Flügen mit Fluglehrerbegleitung seine Alleinflüge im vergangenen Herbst absolviert. Der 15 - jährige Gymnasiast kam über einen Schnupperkurs zum Segelflug. In der Schulungsplatzrunde hat er übrigens ein besonderes Privileg vorzuweisen, von dort hat er immer sein Elternhaus in der Pirolstraße im Blick. Bennet hat auch seinen Mitschüler Joel Pohl aus Venne zum Segelflug „überredet“. Im vergangenen Herbst war auch bei ihm die Alleinflugreife nach 45 Starts erreicht. Modellflugkenntnisse und Simulatorfliegen brachte er als Grundlage von Haus aus mit. Und er hat ein Ziel vor Augen, das sein 29 – jähriger Onkel in der Schweiz schon geschafft hat, nämlich Verkehrsflugzeugführer zu werden. Informationen über die Ausbildung zum Piloten gibt es unter www.lsv-wittlage.de

Flugschüler unter den Wolken: Maximilian Zorn im Cockpit des Segelflugzeugs „Astir“, (rechts daneben)  Bennet Ellgut und Joel Pohl.

Foto: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 07.02.2018
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Wittlager Kreisblatt vom 3. Mai 2017

 

 

eingetragen von Friedrich am 07.02.2018
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Wittlager Kreisblatt vom 29. April 2017, Serie Wittlager Köpfe

Ein Aktivposten bei den Luftsportlern

Christian Stellwag zieht es immer wieder nach Bohmte - Tag der offenen Tür am 1.Mai

 

1984 wurde noch in St. Raphael Ostercappeln geboren, so wie der gebürtige Bohmter Christian Stellwag, der im Dezember das Licht der Welt erblickte. Er ist heute einer der Aktivposten des Luftsportvereins Wittlage.

Von Friedrich Lüke

Da wusste er bestimmt noch nicht, dass sein bisheriger Lebenslauf hier nun zu lesen sein wird. Aber alles der Reihe nach. Seine Kindheit hat er in Bohmte verbracht, wechselte schulisch dann auf das Gymnasium Bad Essen. Nach der Reifeprüfung viel die Berufswahl auf eine Bankwirtschaftslehre der Sparkasse Osnabrück. Es schloss sich dann in Münster ein Studium in seinem Fach als Betriebswirt an. Nach einigen Jahren in seinem Beruf dann der Entschluss,  am 1.Januar 2015 in die freie Wirtschaft zu gehen. Ein mutiger Entschluss, die große „Sparkassenfamilie“ zu verlassen. Heute ist er angestellter Geschäftsführer einer Firma für Industriebodenbeläge im Laer / Coesfeld im Kreise Steinfurt.

Vollblutflieger: Christian Stellwag vor einem Ultraleichtflugzeug des Luftsportvereins Wittlage.

 

„Ich habe den Entschluss nicht bereut, in die freie Wirtschaft zu gehen“, gibt Stellwag zu verstehen. Seinen Lebensmittelpunkt hat er schon vor Jahren von Bohmte nach Osnabrück verlegt. Das ist die eine Seite von Christian Stellwag, die private ist jedenfalls in Bohmte geblieben.  Da ist die Mitgliedschaft im TV 01 zu nennen, wo er als Minnikicker Fußball spielte und auch im Schwimmen und Taekwondo aktiv war. 1999 war so sein „Schicksalsjahr“ für ein großes Hobby, was er nun für sich entdeckt hat. Wer in Bohmte groß geworden ist, kommt bei Interesse auch am Flugplatz vorbei.

Und hier gibt es ein Mindestalter von 14 Jahren, bevor im Segelflugzeugkockpit als Flugschüler platz genommen werden darf. Stellwag kam zu früh zu den Luftsportlern und wurde deshalb in die „Grabendjangotruppe“ aufgenommen. Das ist quasi der Kinderhort der Luftsportler mit riesigem Spielplatz von 1km Länge. So ganz lässt sich die Herkunft der Namensbezeichnung dieser Helfertruppe nicht mehr im Luftsportverein klären, hat aber sicher in Anlehnung alter US Western seine Namensgebung gefunden. Aber diese Mitgliedschaft „adelt“ den Übergang zum späterem richtigen Segelflieger. Wer eine entsprechende Bescheinigung der Eltern mitbringt, wird auch mal auf dem Gastsitz in die Lüfte mitgenommen. 1999 war es dann soweit, das Segelfliegen zu erlernen. Seine Ausbildungen gingen flott voran, Talent und Ehrgeiz kamen hier zusammen. Nach dem Segelflugschein dann die Umschulung auf den Motorsegler und die verkürzte Ausbildung für 4 – sitzige Motorflugzeuge in Damme.

Stellwag besitzt sowohl im Segel - wie auch im Motorflug die Kunstflugberechtigung. Da macht dann schon mal die Mutter ein Auge zu, wenn der Sohnemann am Himmel Kapriolen vollführt. Das er auch Modellflugzeuge steuern kann, soll nicht unerwähnt bleiben. „Ich habe mir das selbst mal beigebracht. Die Methode war einfach: Brocken wieder zusammenkleben und neu versuchen“.

Stellwag ist aber im Luftsportverein wie man so sagt eine feste Größe geworden, trägt Verantwortung. Über Schriftführer und Kassiererposten  im Vorstand hat er seine Passion vor 5 Jahren in Form eines Ultraleichtfluglehrers dem Verein zur Verfügung gestellt. Zudem hat er in der Vorbereitung vom Tag der offenen Tür am 1.Mai eine erhebliche organisatorische Aufgabe zu erfüllen. Er kümmert sich jetzt unter anderem auch um das Flugprogramm, das sonst Fluglehrerkollege Friedrich Lüke organisiert hat. Da er die Finanzen des Luftsportvereins als geschäftsführender Vorstand führt, ist jetzt alles in einer Hand.

Christian Stellwag steht auch für einen Generationswechsel in der Vereinsführung, hat Modernisierungen der Infrastruktur und Flugzeuge im Blick. „Ich sage auch schon mal, das ich die Wünsche bei Mitgliederbeschlüssen nicht mitragen kann, weil der Haushalt des Luftsportvereins es zur Zeit nicht her gibt“, so Stellwag. Christian Stellwag  ist Luftsportler mit Haut und Haaren, wie er selber sagt. Ganz besonders liegt ihm der fliegerische Nachwuchs am Herzen, der bei ihm gleich welchen Alters ein offenes Ohr findet. Die Verbindung zum Elternhaus in Bohmte wird regelmäßig gepflegt, der Weg nach Bohmte ist ja durch das Hobby vorgezeichnet. Bliebe nur noch die Frage zu klären, ob da eine Lebenspartnerin die Hingabe in Sachen Freizeit zur Fliegerei teilt. „Ja die gibt es und sie fliegt sogar mit“.                 

Foto: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 07.02.2018
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Wittlager Kreisblatt vom 15. April 2017

 

 

eingetragen von Friedrich am 07.02.2018
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Lindenblatt im März  2017

Luftsportverein Wittlage profitiert von vielen neuen Mitgliedern

Jahreshauptversammlung im Gasthof Riemann in der Bohmterheide

FL. Überraschung für den 1.Vorsitzenden Heinz Wischnat und dem Restvorstand war eine nachträgliche Ehrung des Landesverbandes Niedersachsen des Deutschen Aero Clubs für 50 - jährige Mitgliedschaft. Ein Präsent des Verbandes wurde von Vorstandskollegin Kristin Bühning überreicht. Wischnat bedankte sich spontan mit einer großzügigen Spende für die Vereinskasse. 

Dieser guten Einstimmung war dass traditionelle Grünkohlessen im Gasthof Riemann in der Bohmterheide vorausgegangen. Wischnat erinnerte in einer Schweigeminute an das passive Mitglied Rudolf Auding und an Lore Dreinhöfer, Frau des Gründungsvorsitzenden Eberhard Dreinhöfer, die verstorben sind.

Geehrt wurden mit einer Urkunde  die Mitglieder Gerd Hochow und Ralf Jany für 40 – jährige Mitgliedschaft, Frank Brockmeyer 20 Jahre, Dennis Jany für 15 Jahre sowie Michael Beckmann und Jan Gerke für 10 – jährige Mitgliedschaft. 

Vorsitzender Heinz Wischnat und Stellvertreter Dirk Nedderhoff gaben Einblicke in die vielfältige Vorstandsarbeit des Jahres 2016. Wischnat nannte die kurzfristige Beschaffung einer Elektrowinde, die im Frühjahr kurzfristig in den Haushaltsplan aufgenommen werden musste. Ferner erfolgte bei der Tankstelle eine Abdichtung der Tankschächte, wo immer wieder Oberflächenwasser eindrang. Diese Arbeiten konnten Dank fachmännischer Hilfe von Volker Bühning aus Bohmte und Mitglied Andreas Wiedner erfolgreich auch bezüglich der Kosten abgeschlossen werden. Beide bekamen ein Präsent überreicht. Der Luftsportverein werde am 1. November 2017 nach Ablauf von 30 Jahren Pachtzeit Eigentümer von zwei privat gebauten Hallen und der Flugplatz sei jetzt rechtmäßig durch eine sogenannte F-Plansicherung baulich geschützt, wurde noch vom Vorsitzenden genannt. Abschließend bedankte sich Wischnat für die Mitarbeit des Vorstandes bei schnellen Entscheidungsfindungen, die er oft in seiner „Fernbeziehung“ aus seinem Wohnort in Heesen bei Bad Eilsen verfolgen muss.

Es folgten die Jahresberichte der Fachbereichsleiter Ausbildung (Friedrich Lüke), Technik (Joachim Stark), Jugendgruppe (Florian Johanniemann)und  Modellflug  (Frank Brockmeyer). Brockmeyer vertrat den erkrankten Modellflugspartenleiter Hermann Kemper.  Kassierer Christian Stellwag bekam von den Kassenprüfern Lob für gute und schlüssige Buchführungen, was die Kassenprüfer Sven Stüwe und Friedrich-Wilhelm Lienke vortrugen. Nach Entlastung des Vorstandes wurde turnusmäßig der Ausbildungs-, Werkstatt-, und Jugendleiter neu gewählt. Friedrich Lüke hatte bereits sein Amt des Ausbildungsleiters für Segelflug, was mit dem Vorstandsposten verbunden ist, im Sommer 2016 aus gesundheitlichen Gründen an Florian Johanniemann abgegeben. Johanniemann wurde durch die Versammlung bestätigt, Lüke wurde Vertreter des Ausbildungsleiters. Neuer Jugendleiter wurde Sören Klostermann, Joachim Stark wurde als Werkstattleiter bestätigt. Fachbereichsausbildungsleiter bleiben unverändert Wolfgang Müller für Motorflug und Friedrich Lüke für Ultraleichtflug.  

Christian Stellwag als Kassierer stellte den Haushaltsplan für 2017 vor. 21 Neuzugänge an Mitgliedern sei ein außerordentlich  gutes Ergebnis, was sicherlich der Außendarstellung am Tag der offenen Tür und der intensiven Pressearbeit zu verdanken ist. „Der Haushalt profitiert von dem Zugang neuer Mitglieder, der guten Nutzung des Fluggeräts und der Spendenfreudigkeit der Mitglieder“, so Stellwag. Vorsitzender Heinz Wischnat wünschte allen zum Schluss viel Freude bei der Ausübung des Sports.

Der Vorstand mit (von links) Frank Brockmeyer (in Vertretung für Hermann Kemper), Christian Stellwag, Dirk Nedderhoff, Heinz Wischnat, Sören Klostermann, Kristin Bühning, Florian Johanniemann und Joachim Stark.   

 

Verspätete Ehrung: Heinz Wischnat bekommt von Vorstandskollegin Kristin Bühning für 50 – jährige Mitgliedschaft im niedersächsischen Landesverband des Deutschen Aero- Clubs ein Präsent.    

 

Fotos:  Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 07.02.2018
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Wittlager Kreisblatt vom 7. Januar 2017

 

Mit drei weiteren Fluglehrern ins neue Jahr

Wittlager Luftsportverein verjüngt das Ausbilderteam

 

Eine kontinuierliche Vereinsarbeit an der Basis ist das Rückgrad für den Fortbestand eines jeden Vereins. Das haben sich auch die Verantwortlichen des Luftsportvereins Wittlage, die auf dem Bohmter Flugplatz zu Hause sind, auf ihre Fahnen geschrieben.

Von Friedrich Lüke

So ist neben der Infrastruktur auch das Ausbildungspersonal, sprich Übungsleiter - bei den Luftsportlern Fluglehrer genannt – von besonderer Wichtigkeit. Die Ausbildung von Piloten in den Sparten Segel – Motor – und Ultraleichtflug gewährleisten bereits einige Fluglehrer. In diesem Jahr konnten in zwei Sparten eine deutliche Verjüngung des bestehenden Teams erreicht werden.

Nicht jeder Luftsportler ist für diesen Job geeignet. „Wer es nur wegen dem Eintrag Fluglehrer im Schein machen möchte, ist hier Fehl am Platze. Gute fliegerische Grundkenntnisse in seiner Sparte sollte man mitbringen, dazu kommen pädagogische Fähigkeiten in Theorie und Praxis, viel Freizeit mit anderen teilen und die Gabe und die Nerven haben, Fehler anderer ohne sofortige Korrektur zuzulassen. Nach einem Flug, auch wenn es nicht so gut gelaufen ist, die Motivation für den Schulflug „danach“ mit nach Hause oder Arbeitsplatz zu nehmen, denn keiner hat die Steuerung eines Flugzeugs mit in die Wiege gelegt bekommen.“, so Fluglehrer Friedrich Lüke.

Die Fluglehrer Sven Jütersonke und Martin Herber verstärken den Ultraleichtbereich,  Michael Hartmann ist in der Sparte Motorflug aktiv. Fluglehrerlehrgänge bedeuten den Einsatz privater Urlaubstage und auch erheblicher Kosten. Dazu hat der Luftsportverein auch Geld in die Hand nehmen müssen.

„Gut angelegtes Geld, auch wenn insgesamt über 10.000 € an Lehrgangskosten angefallen sind, wird sich diese Investition in die Zukunft für den Luftsportverein rechnen“, so Vorsitzender Heinz Wischnat. Im Gegenzug verpflichten sich die Neufluglehrer, die nach Zulassung zur Schulung erst im Assistentenstatus unter Aufsicht der „Altfluglehrer“ aktiv werden dürfen, sich für einen gewissen Zeitraum dem Verein zur Verfügung zu stehen.

Neue Fluglehrer bei den Wittlager Luftsportlern: von links: Martin Herber, Michael Hartmann und Sven Sütersonke.

 

Wir fragten bei den neuen Lehrern einmal nach, wie sie zur Fliegerei gekommen sind einschließlich Ausbildung zum Fluglehrer.

Der 34 – jährige Sven Jütersonke aus Hille und Vater einer 4 – jährigen Tochter ist im Qualitätswesen einer Möbelbeschlagsfirma  in Kirchlengern als Messtechniker beschäftigt. Modellflug von Kindesbeinen an, begann er 2009 beim Luftsportverein die Ausbildung zum Segelflugpiloten, darauf folgend dann die Weiterbildung zum Motor – und Ultraleichtpiloten. Jütersonke übernahm sehr früh Verantwortung im Verein und unterrichtete das Fach Flugfunk. Seine Eindrücke vom Fluglehrerlehrgang:   

„Schon Anspruchsvoll, für die Dauer von 10 Tage, für die Urlaub genommen werden musste. Viel Theorie vor allem Didaktik Inhalte wurden gebüffelt. Am Schluss dann die 3-teilige Prüfung über 2 Tage vor einem Prüfungsrat. Die Theorieprüfung dauerte 3 Stunden, dazu kamen eine selbst vorbereitete und gehaltene Unterrichtsstunde und eine Stunde fliegerische Prüfung mit allem was einem im Flugzeug so passieren kann. Lehrgangsort war übrigens Stechow- Ferchesar bei Berlin / Brandenburg.

„Die Motivation ist Spaß am fliegen! Die Möglichkeit die Faszination für sein eigenes Hobby direkt auf andere übertragen zu können. Verantwortung im Verein zu übernehmen und in die Fußstapfen von erfahrenen Fluglehrern zu treten“, so Jütersonke.

 
Martin Herber stammt eigentlich aus dem Frankfurter Raum und folgte seiner Freundin nach Osnabrück, 
die dort als Lehrerin eine Stelle gefunden hatte. Der Ultraleichtflugschein war schon vorhanden, 
so gelangte der 35 – jährige selbstständige Maschinenbauingnieur 2013 zu den Wittlager Luftsportlern, 
die schon länger in dieser Sparte aktiv sind. 
Modellflug stand bei ihm auch in der Jugend als Erstkontakt zur Fliegerei hoch im Kurs, 
bis die Mann / Frau tragende Fliegerei ihn 2011 packte.    
„Der Fluglehrerlehrgang hat mich weiter gebracht, hat den Blick auf die Fliegerei mehr fokussiert, 
auch bewusster gemacht.
Die Abschlussprüfung (Fliegen mit Prüfer) war die anstrengenste Stunde Flug die ich bisher hatte“, 
so Martin Herber. Neben der Fluglehrertätigkeit kümmert sich Herber federführend  auch um die Technik und Wartung 
der ultraleichten Fluggeräte. Seine Motivation zur Sportfliegerei umschreibt er so: 
„Fliegen ist das Beste, was man auf diesem Planeten machen kann. Schnelles Reisen, 
und in meinem Fall Kundentermine wahrnehmen, wenn das Wetter passt“.

 

Fliegen lernen bedeutet landen können. Fluglehrer verwenden die meiste Zeit damit, dieses zu trainieren.

 

Michael Hartmann kam mit Modellflugkollege Sven Jütersonke im Frühjahr 2009 zu den Großfliegern auf dem Bohmter Flugplatz. Das war einfach der Nässe auf dem westfälischem Frotheimer Modellflugplatz geschuldet. Dieser befreundete Modellflugverein nutzt dann die Modellflugfläche auf dem Bohmter Flugplatz, um dem Hobby mit dem Fernsteuersender nachzugehen. Nur 100 Meter weiter war der Betrieb der „großen“ Segelflieger von Interesse, wo dann zufällig der diensthabende Fluglehrer Friedrich Lüke die Zaungäste einfach in den Segelflugdoppelsitzer ent(ver)führte.

Das war die Initialzündung für das Hobby „Selber fliegen“. Ende des Jahres 2016 steht der 25 – jährige Lübbecker mit der Ausbildungslizenz für den weltweit gültigen Motorflugschein auf dem Bohmter Flugplatz. Eine beispiellose Karriere, die der 2010ner Abiturient des Wittekindgymnasiums in Lübbecke auch in beruflicher Hinsicht hingelegt hat. Im selben Jahr begann er ein Studium Aircraft & Flight Engineering an der Hochschule Osnabrück mit dem Berufsziel, Berufsflugzeugführer zu werden. Zahlreiche Studiengänge auch im Ausland sowie luftsportliche Aktivitäten in allen Sparten kennzeichnen seinen Weg in der Fliegerei. Mit Sven Jütersonke übernahm er nach kurzer Mitgliedschaft den theoretischen Unterricht im Bereich Flugfunk. Beruflich ist er seit ein paar Monaten bei der Firma MTU am Flughafen Hannover tätig, die sich mit der Instandsetzung von Triebwerken der Passagier – und Frachtfliegerei beschäftigt.

Der geplante Weg ins Cockpit von Verkehrsflugzeugen war zwar Berufsziel, doch ist zurzeit kein großer Bedarf in dieser Branche, sodass diese weitere Ausbildung mit finanziellen Risiken behaftet ist. In seiner Freizeit konnte der Ingenieur auf einer Flugschule für Privatpiloten auf dem Langenhagener Flughafen, wo er auch die Ausbildung zum Fluglehrer absolvierte, gleich nach der Prüfung als Fluglehrer im Assistentenstatus weitermachen. So sind die 100 Flugstunden  mit Flugschülern, die ein Assistent unter Aufsicht eines erfahrenen Fluglehrers absolvieren muss, schneller erledigt. „Gerne mache ich diesen Job, bin halt oft in meinem Element und freue mich über fliegerische Fortschritte meiner Flugschüler“, so (Michi) Michael Hartmann. Am Wochenende ist er dann bei seinen Fliegerfreunden und Freundinnen wieder in Bohmte, schult auf Motorflugzeugen, gibt Theorieunterricht und wenn es die Zeit noch erlaubt, startet er seine Kameradrohne (wir berichteten) für besondere fliegerische Eindrücke, wo man mit den „Großen“ nicht hinkommt. Infos über den Luftsportverein Wittlage unter www.lsv-wittlage.de

 Fotos: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 07.02.2018
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Lindenblatt, Wittlager Kreisblatt und andere September  /  Oktober 2016.

 

Luftsportverein Wittlage ist in der Ausbildung aktiv

Umschulung, neuer Windenfahrer und Soloflüge

 

FL. Bohmte. Erfolgreiche Flugprüfungen konnte jetzt der Luftsportverein Wittlage in seinen Reihen vermelden. Den Anfang machte Marius Thiel aus Osnabrück. Der 36 - jährige Ingenieur hatte bereits einen Ultraleichtflugschein für motorisierte Drachen erworben und wollte die Möglichkeiten der Umschulung auf ein schnelleres ultraleichtes Fluggerät nutzen. Sein Flugdrachen wird mit einem 18 PS Zweitaktmotor angetrieben und die Richtungssteuerung geschieht mit der Gewichtsverlagerung in einer Liegematte. Zwar startet das sogenannte „Minimum“ auch auf einem Fahrwerk, aber hier hören die Gemeinsamkeiten schon auf.

Während ein Drachenflieger bäuchlings in seinem Fluggerät liegt und die sogenannte Basis eines Aluminiumrohr Dreiecks durch freies verlagern seines Körpers zur Steuerung nutzt, befindet sich bei der Wittlager Schulmaschine ein simpler Steuerknüppel. Dazu gesellen sich dann noch für die Füße Seitenruderpedale. Einen Haken hat die Sache aber noch. Der Drachenflieger mit oder ohne Motor bewegt seinen Steuerbügel z.B. nach rechts, um eine Linkskurve zu fliegen. In der mit Rudern gesteuerten C 42 der Wittlager Flieger wird der Steuerknüppel nach links bewegt, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. „Das ist ungefähr so, wenn man mit gekreuzten Armen versucht, einen Fahrradlenker zu bedienen, nach ein paar Metern liegt man auf der „Schnauze“, so Fluglehrer Friedrich Lüke.

Marius Thiel schaffte nach ca. 30 Flugstunden mit Fluglehrer und im Alleinflug, die seit über 100 Jahren eingeführte Knüppelsteuerung zu beherrschen. Das bestätigte auch Prüfer Georg Rüschendorf vom Deutschen Aero Club, der die praktische Nachprüfung auf dem Flugplatz Haren / Dankern vorgenommen hatte. Sein zusammenklappbares Minimum, das in Fachkreisen auch „Fetzenflieger“ genannt wird, kommt bei ruhigen Wetterlagen weiterhin zum Einsatz. Aber größere Strecken wie z.B. zu den ostfriesischen Inseln werden zukünftig mit dreifacher Reisegeschwindigkeit gegenüber seinem motorisiertem Flugdrachen mit Freundin durchgeführt.

Von Gewichtskraftsteuerung zum Steuerknüppel: Marius Thiel erweiterte seine Berechtigung für motorisierte Drachen (rechts) auf rudergesteuerte Ultraleichtflugzeuge.

 

Zur Segelflugausbildung gehört auch die Bedienung der Startwinde. Das ist zumindest bei den Wittlager Segelfliegern so vereinbart und ist auch durchaus aus Solidaritätsgründen notwendig. Denn wer am anderen Ende des Startwindenseils abfordert, mit dem Segelflugzeug in die Luft zu kommen, ist unter anderem darauf angewiesen, das eine funktionierende Startwinde nebst einem Windenfahrer zur Verfügung steht. Ein Dienstplan regelt die verantwortliche Besetzung der Startwinde inklusive Schüler. An 10 verschiedenen Tagen sind jeweils 10 Starts unter Einweisung und Aufsicht eines erfahrenen Windenfahrers  durchzuführen. Wer 15 Jahre alt ist und selbst 30 Windenstarts im Flugbuch stehen hat, darf ausgebildet werden.  Seit Frühjahr geht das elektrisch (wir berichteten) und damit auch die Umstellung auf Kunststoffseile.

Auch das Spleißen von Seilen bei Seilrissen gehört mit zur Ausbildung und wird während des Flugbetriebs an Ort und Stelle erledigt. Das bisher verwendete Stahlseil konnte nur mit viel Aufwand und Zeit gespleisst werden, zumal es auch noch oft blutige Finger gab. Die Luftsportler haben sich schnell mit der neuen Startwinde angefreundet und sind sehr zufrieden damit. In Planung ist jetzt die Stromversorgung an den Standorten durch das öffentliche Netz, um das miterworbene schallgedämpfte Stromaggregat zu ersetzen. Der fortgeschrittene Segelflugschüler Moritz Schnute aus Lübbecke – Nettelstedt konnte zum Abschluss seiner Windenfahrerausbildung nun von Ausbildungsleiter Friedrich Lüke überprüft werden. „Keine Beanstandungen, hervorragendes Gefühl für den unter seinen Füßen über 100 KW großen Drehstrommotor, der im Führerstand mit einem kleinen Schieberegler bedient wird“, so Lüke. Der 18 – jährige Auszubildende der Zerspannungstechnik konnte gleich den Windenfahrer Ausweis vom Deutschen Aero Club auf dem Flugplatz entgegen nehmen.

Neuer Windenfahrer: Moritz Schnute (links) aus Nettelstedt  wurde von Ausbildungsleiter Friedrich Lüke zur bestandenen Berechtigung gratuliert.

 

Das er bei seiner Prüfung seinen eigenen Vater am anderen Ende des Schleppseils im Alleinflug hoch zu ziehen hatte, war reiner Zufall. Der 52 – jährige Raumausstatter aus Nettelstedt  hat seinen Jugendtraum nach Beruf, Hausbau und Familie jetzt wahr gemacht. Nach jahrelangem Modellflug selber fliegen, war schon immer sein Ziel. Nach einem Schnupperflug auf dem Bohmter Flugplatz war klar, hier lerne ich Segelfliegen. Die Fluglehrer machen mit Modellfliegern übrigens sehr gute Erfahrungen, denn die bringen für die Sache eine gute Grundlage mit, ist doch die Betätigung am Steuerknüppel des Fernsteuersenders identisch mit den „Großen“. Dirk Schnute hat die obligatorischen Platzrunden nach gründlicher Ausbildung im Alleinflug bestens absolviert. „Ist schon etwas komisch, wenn hinten der Platz nicht besetzt ist, aber cool“, so Schnute, der auch die bekannten Rituale wie Distelstrauch und Hintern verkloppen nach alter Fliegersitte über sich ergehen lassen musste.

Jugendtraum erfüllt: Dirk Schnute (Nettelstedt) mit Distelstrauch mit den Fluglehrern Joachim Stark (links) und Günter Heinrich nach den Soloflügen in Bohmte.

 

So wird’s gemacht: Maren Schütte (Lintorf) zeigt Neuwindenfahrer Moritz Schnute das Spleißen der Windenseile.

Fotos : Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 12.02.2017
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Lindenblatt vom 28. Juli 2016  und andere Zeitungen

Pilotenschein auf dem Flugplatz Bohmte überreicht

Landesbehörde prüft Wittlager Luftsportler

  

FL. Die praktische Prüfung von Segel- und Motorfliegern obliegt der   niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg. Zumindest liegt der Bohmter Flugplatz in deren Verwaltungsbereich, weiter östlich in Niedersachsen ist die Landesbehörde Wolfenbüttel zuständig.

Für die Wittlager Luftsportler Maren Schütte, Günter Meendermann und Sören Klostermann wurden entsprechende Anträge bei der Oldenburger Behörde gestellt. Prüfungsrat und Mitarbeiter der Landesbehörde Albert Wundram konnte nacheinander die Luftsportler intensiv auf ihre praktischen Fähigkeiten prüfen. Den Anfang machte Sören Klostermann, der bereits im Besitz eines Segelfugscheines ist und als Erweiterung für den europäischen Motorflugschein einen Überlandflug auszuarbeiten hatte. Nach Besprechung mit Prüfungsrat Wundram wurde dann die minutiös vorbereitete Strecke abgeflogen.

Inzwischen hatte Wiederauffrischer Günter Meendermann seine Aufgabe bekommen. Der Ostercappelner  hatte bereits 1996 beim Luftsportverein den Motorseglerschein erworben, dann aber ab 2006 mit der Fliegerei pausiert. Nach neuen europäischen Regeln kann der Schein erneuert werden, wenn fliegerische Fitness nachgewiesen wird und luftrechtliche Änderungen während des Prüfungsflugs abgefragt werden. Fluglehrer Friedrich Lüke, Florian Johanniemann und Günter Heinrich hatten Meendermann innerhalb eines halben Jahres wieder zu alter Form verholfen.

Schließlich wurde Maren Schütte ob ihrer Segelflugqualitäten überprüft. Gleich beim ersten Start hatte Prüfer Wundram  in niedriger Höhe das Startwindenseil ausgeklinkt und damit einen im praktischen Betrieb vorkommenden Seilriss produziert. Maren Schütte reagierte „cool“ und landete wie in solchen Fällen trainiert im Geradeausflug mit Hilfe der bordeigenen Luftbremsen auf dem Flugplatz. Das wurde vom Prüfer als gute Reaktion verbucht. Zwei weitere Flüge dokumentierten dann ihre Reife für die große Fliegerwelt. Fazit: Alle Prüflinge hatten bestanden.

Für die 17 – jährige  Maren Schütte hatte Prüfer Wundram dann noch ein besonderes Geschenk mitgebracht. Normalerweise werden Pilotenscheine nach der Prüfung an die neuen Piloten verschickt. In dieser Wartezeit dürfen die Geprüften aus luftrechtlichen Belangen nicht selbstständig  fliegen. Doch Maren Schütte bekam einen Briefumschlag vom Prüfer auf dem Flugplatz überreicht. „Du musst nur da unterschreiben, dann ist er gültig“, so Albert Wundram. „Nein, das kann doch nicht war sein, das ist ja mein Segelflugpilotenschein“, so Maren Schütte vor Freude auf dem Flugplatz aus dem Häuschen. Hinter den Kulissen hatte Ausbildungsleiter Friedrich Lüke die Behörde gebeten, den Schein vorbereitet im Falle des Bestehens auszustellen, weil ein am nächsten Tag beginnendes Fliegerlager anstand und keine Wartezeit auf das begehrte Dokument entstehen sollte.         

Geprüfte Piloten in Bohmte: (von links) Günter Meendermann (Ostercappeln), Sören Klostermann (Bramsche), Maren Schütte (Lintorf), Prüfer Albert Wundram, Fluglehrer Günter Heinrich und Ausbildungsleiter Friedrich Lüke.

Maren Schütte bekommt ihren weltweit gültigem Segelflugpilotenschein von Prüfer Albert Wundram ausgehändigt.

Fotos 1: Michael Hartmann, Foto 2: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 11.02.2017
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Wittlager Kreisblatt vom 4. Juli 2016     und andere Zeitungen                          

    

Zwei neue Piloten in Bohmte ausgebildet

Ultraleichtprüfungen beim Luftsportverein Wittlage

 

FL. Bohmte.  Prüfungsrat Georg Rüschendorf vom Deutschen Aero Club konnte jetzt Tanja Wasmund (Pr. Oldendorf) und Jürgen Schnitker (Bad Essen) das bestandene Prüfungsprotokoll für den Ultraleichtflugschein aushändigen.

Bestandteil dieser praktischen Prüfung war unter anderem die Ausarbeitung und Durchführung eines Überlandfluges von Bohmte zum emsländischen  Ultraleichtflugplatz Haren / Dankern. Dort mussten sie dem Prüfer beweisen, dass sie das Ultraleichtflugzeug auch in besonderen Fluglagen, Außenlandeübungen sowie bei Ziellandungen beherrschten.

Nun dürfen die ehemaligen Flugschüler nach Erhalt der ultraleichten Pilotenscheine ohne Flugaufträge vom Fluglehrer selbständig Ultraleichtflugzeuge pilotieren. Damit ist die Ausbildung allerdings noch nicht beendet, denn wer in dieser Sparte Fluggäste mitnehmen möchte, braucht zusätzliche Flüge mit Fluglehrer. Mit der Eintragung der Passagierberechtigung ist der zweite Sitzplatz dann frei für doppelsitzige Flugvergnügen.

Übrigens wird der Ultraleichtflugschein ohne Zeitbegrenzung ausgestellt. Um die Rechte auszuüben, so heißt es im Amtsdeutsch, muss der Inhaber eine gültige medizinische Fliegertauglichkeit besitzen und in den letzten 24 Monate mindestens 12 Flugstunden und 12 Starts sowie einen Auffrischungsflug mit einem Fluglehrer im Flugbuch vermerkt haben. Informationen über die Ausbildung unter www.lsv-wittlage.de

Ultraleichtpilotenschein bestanden: Tanja Wasmund und Jürgen Schnitker haben die Ausbildung beim Luftsportverein Wittlage erfolgreich abgeschlossen.

Foto: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 09.02.2017
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Wittlager Kreisblatt vom 28. Mai 2016

 

Alleinflüge im Segler

Ausbildung beim Luftsportverein in Bohmte

                                     

FL. Bohmte  Der erste Alleinflug im Segelflieger - für zwei junge Flieger des Luftsportvereins Wittlage ist es jetzt soweit gewesen.

Wenn die Zeit gekommen ist, dann haben die Fluglehrer im hinteren Sitz des knallgelben Schulungsflugzeuges der Segelflieger auf dem Flugplatz Bohmte Pause. Alle Handlungsabläufe sind zigmal trainiert, das Verhalten in besonderen Fällen, wie es im Ausbildungsnachweis gefordert ist, sind praktisch erflogen worden. Dazu zählen simulierte oder auch erflogene Seilrisse beim Windenstart sowie die Beherrschung von Flugzuständen im Langsamflug einschließlich trudeln.

Beim Alleinflug ist der angehende Pilot auf sein eigenes Können angewiesen, dem Fluglehrer bleibt am Boden als Nabelschnur das Funkgerät. Aber das ist das letzte Mittel, gewöhnlich werden die Soloflieger erst auf die sogenannten „Käsemanns Rundfahrten“ sprich Platzrunden geschickt, wenn mehrere Fluglehrer das Können positiv beurteilt haben. Dann ist jeder Kommentar per Funk nicht notwendig.

Leonora Sophie Mies, 15 – jährige Schülerin der Gesamtschule Quelle in Bielefeld, kam durch ihren ultraleichtfliegenden Vater zum Hobby Segelfliegen. „Wenn der Fluglehrer hinten fehlt, ist das schon komisch, es ist so still im Flugzeug. Aber sobald das Flugzeug anrollt, weist du, was du zutun hast“, so Leonora, die alle nur Leo nennen. Tadellose Starts und Landungen krönten ihre Soloflüge.

Auch durch den fliegenden Vater, der Berufspilot ist, kam Maximilian Zorn aus Bissendorf nach Bohmte zum Segelfliegen. Der 14-jährige Schüler der Oberschule am Sonnensee aus Bissendorf ist modellfliegerisch vorbelastet. Perfekte Landungen zeigte Maximilian den Fluglehrern, der übrigens seine Fliegerei rein hobbymäßig weiter betreiben möchte. Nach diesen Flügen wurde nach alter Tradition den beiden ein Distelstrauch überreicht und der Hosenboden stramm gezogen. Letzterer wird in der Fliegerei dafür verwendet, als empfindliches Organ zur Fluglagenkontrolle und Aufspüren von Aufwinden zu dienen. Das sagen zumindest die alten Hasen, die bei der Sensibilisierung  des Hinterteils  gerne Hand anlegen.

Allein ums Eck: Leonora Sophie Mies und Maximilian Zorn( 2. und 3. von links) mit ihren Fluglehrern Günter Heinrich, Florian Johanniemann und Friedrich Lüke.

Foto: Luftsportverein  

 

eingetragen von Friedrich am 09.02.2017
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Wittlager Kreisblatt vom 30.April 2016

Nach mehr als 40 Jahren wieder durchstarten

Jürgen Schnittker und der Traum vom Fliegen

 

Es waren noch die Aufbaujahre auf dem Bohmter Flugplatz, der Segelflug dominierte allein auf den Wiesen an der Hunte, als der Bad Essener Jürgen Schnitker als 16 – jähriger bei den Wittlager Luftsportlern im Jahre 1972 eine Segelflugausbildung begann.

Von Friedrich Lüke

Als Fluglehrer war neben Dieter Rakers auch Erwin Lupp aus der Bohmterheide für den Luftsportverein Wittlage aktiv. Auf der legendären doppelsitzigen Rhönlerche galt es, das Einmaleins der Segelfliegerei zu erlernen. Jürgen Schnitker schaffte im Sommer 1972 die sogenannte –B-, das schon etwas galt, wenn mit Flugauftrag im Alleinflug das Flugzeug mit gehöriger Schräglage im Landeanflug – im Fachjargon Slip genannt – gekonnt auf den Punkt am Landezeichen gesetzt wurde. Doch dann kamen andere „Sachen“ bei Schnitker ins Spiel, die Fliegerei hatte Pause.  Ein Studium als Bauingenieur schloss sich nach der Schulzeit an, um dann im elterlichen Baugeschäft tätig zu werden. Viele Reisen hat Schnitker unternommen, die ihn unter anderem nach Afrika, Kalifornien und Australien führten. Zwischendurch war er auch beim deutschen Entwicklungsdienst von 1985 bis 1988 in Tamala (Ghana) als Entwicklungshelfer im Einsatz, um dann wieder in der heimatlichen Baubranche tätig zu sein. Das er jetzt in einem Haus wohnt, wo ehemals die Druckerei von Franz Schlüter stand und die ersten Exemplare des Wittlager Kreisblattes herausgegeben wurden, möchte er nicht unerwähnt lassen. 

„Die Fliegerei habe ich in der ganzen Zeit aber nie aus dem Augenwinkel verloren“, so Schnitker heute, der auch das Element Wasser als Segler kennt. Vor 3 Jahren dann  ein erster Anlauf zur „Rückfälligkeit“, die Luftsportler hatten die Sparte Ultraleicht in ihr Ausbildungsprogramm aufgenommen. Mit einem Schnupperflug war das „alte Feuer“ wieder entfacht, loderte lichterloh. Konsequenz war dann im letzten Jahr außerhalb des Berufes die Anmeldung wieder als ordentliches Mitglied in der ultraleichten Ausbildung.

„Ich möchte keine Rennen fliegen, sondern im Sparflug langsam und leise über das schöne Wittlager Land gleiten und alles aus „gehobener Position“ betrachten, das ist mein Ding“, so Schnitker als erklärter Genussflieger. Nun hat er bereits die Theorieprüfung absolviert, hat das Sprechfunkzeugnis in der Tasche und fliegt schon seit geraumer Zeit Solo. Und es wird nicht mehr lange dauern, dass sein Fluglehrer Wolfgang Müller, ebenfalls aus Bad Essen, ihn zur praktischen Prüfung anmelden wird. Nach über 40 Jahren fliegerischer Enthaltsamkeit konnte er  jedenfalls das „hängengebliebene“ Steuerungswissen der Rhönlerche wieder abrufen. Und das ist gepaart mit  Baustundenaktivitäten aus vergangener Zeit, dass er  in die heutige Zeit mitgenommen hat. Klar, dass er am 1.Mai als Aktivist im Reigen der vielen Helfer als „Springer“ für alle Anwendungen im Einsatzplan vermerkt war.               

Sein neues Ding: Jürgen Schnitker und seine  „ultraleichte Freundin“ auf dem Bohmter Flugplatz.

 

1972 allein geflogen: Jürgen Schnitker mit Fluglehrer Erwin Lupp vor der Rhönlerche des Luftsportvereins auf dem Bohmter Flugplatz.

 

Fotos: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 22.01.2017
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Wittlager Kreisblatt vom 18. April 2016 und andere Zeitungen

                               

Im Konvoi aus Südfrankreich nach Bohmte

Neue Segelflugstartwinde für die Luftsportler – Tag der offenen Tür am 1.Mai

 

Sie war jahrelang der Hingucker auf dem Bohmter Flugplatz. Ganz in rot und auf den ersten Blick eine misslungene „Hochzeit“ von einem Straßenkreuzer amerikanischer Bauart und einem Magirus - Deutz LKW Rahmen. Doch die Rücklings auf dem LKW Rahmen montierte Limousine vom Typ Mercury war den derzeitigen Luftsportvereinkonstrukteuren Albert Gering, Hermann Maßmann und Ludger Otto und ein paar Helfern eingefallen. Bequem, Wind - und Wettergeschützt und übersichtlich sollte es sein. Alles selbst entworfen, berechnet und gebaut in einer Ecke der KFZ Werkstatt Gering in Bohmte. Das „feuerrote Spulmobil“ wurde schließlich von einem Prüfer des deutschen Aero- Clubs für luftfahrtauglich erklärt und absolvierte seit 1982 zuverlässig Tausende von Segelflugstarts. Klar gab es mal Aussetzer, Motor, Getriebe und der Seiltrommelantrieb mussten repariert werden. Doch in 2015 wurde deutlich, das dieses in die Jahre gekommene Konzept immer mehr die „Windenschrauber“ der 2. Generation mit Helge Rakers und Volker Raseck beschäftigt. Der Vorstand nahm das Projekt Windenersatz in seine Mitte und stattete das Beschaffungsteam mit einer angedachten Grundfinanzierung aus. Eins wurde sofort deutlich, ein kostengünstiger Selbstbau wie vor 35 Jahren ist aus personellen Gründen nicht mehr möglich.

So ein Projekt braucht Durchhaltewillen und Fachleute, Räumlichkeiten mit Werkstattausstattungen und Zeit. Über mehrere Jahre würde es laufen, wenn es denn jemals zu Ende gebaut wird. Wegen der Dringlichkeit sollte es eine gebrauchte in gutem Zustand sein, etwas Wartungsarmes für die Zukunft stand im Pflichtenheft. Schließlich viel ein Angebot aus dem Internet den Luftsportlern ins Auge. Alles elektrisch, ein Stromaggregat war mit im Angebot und der Preis war mehr als passend. Da so eine Elektrowinde im benachbarten Melle bereits seit 10 Jahren zur Zufriedenheit Segelflugzeuge an den Himmel zieht, waren gleich Fachleute in der Nähe. Auf der Jahreshauptversammlung der Luftsportler Anfang März (wir berichteten) wurde mit großer Mehrheit die Anschaffung dieser Winde verabschiedet. Auch eine gebrauchte Startwinde kauft man nicht im Sack, zumal sie gut 1.500 Straßenkilometer von Bohmte ihren Standort in Südfrankreich hat. Eine Kommission des Luftsportvereins mit Helge Rakers und Volker Raseck mit Maschinenbauerfahrung sowie Andreas Wiedner als Elektromeister machten sich direkt nach der Versammlung auf den Weg nach Südfrankreich. Ihr Auftrag: Sichtung der Startwinde, Abklärung der Mängel mit dem deutschen Hersteller und wenn es passt, alles gleich mitbringen. Ziel war der Ort Pau in Südfrankreich, der per Linienflug von Bremen über den Flughafen  Paris-Charles-de-Gaulle, dann per S - und U-Bahn zum Flughafen Orly und von da ein Inlandsflug zum Ort Pau erreicht wurde.

Dort wurden die Gesandten des Luftsportvereins Wittlage vom Kassierer des dortigen Vereins empfangen und  bei ihm zu Hause kulinarisch zur Mittagszeit versorgt. Per Auto ging es dann noch 30 km zum Flugplatz  Aérodrome d'Oloron – Hérrère, wo die zu verkaufende Elektrostartwinde stationiert ist.

 

Helge Rakers:  „Nach der Begrüßung machten wir uns sofort ans Werk und nahmen die Winde unter die Lupe. An einen Probeschlepp war aus wettertechnischen Gründen nicht zu denken. Auf dem Flugfeld stand das Wasser. Andauernder Regen begleitete uns in der ganzen Zeit auf dem Flugplatz. Da nun ein Probeschlepp nicht möglich war, wollten wir zumindest prüfen wie die Winde im Leerlauf arbeitet. Aus technischen Gründen war dies für die Verkäufer ein Reinfall. Die Elektrowinde, die mit 50 in Reihe geschalteten Bleibatterien betrieben wird, muss von einem  Stromaggregat oder Festnetz ständig nachgeladen werden. Bei diesem Versuch  schaltete die Elektronik wieder und wieder auf Störung. Eine Fehlersuche blieb ohne Erfolg. Die mechanische Beurteilung der nur 6 Jahre alten Startwinde aus deutscher Produktion war positiv. 

Am nächsten Tag kontaktierte Elektromeister Andreas Wiedner  telefonisch den Windenhersteller in Deutschland. In dem 50 minütigem Gespräch konnte er wichtige Details über die Winde in Erfahrung bringen. Diese würden uns später bei den Verhandlungen von großem Nutzen sein. Am späten Vormittag fuhr uns ein Mitglied des Vereins erneut zum Flugplatz. Die Kommission des Vereins hatte aufgrund des negativen Verlaufs am Vortag befürchtet, dass wir nicht weiter interessiert seien und abreisen würden. Umso herzlicher war die Begrüßung an diesem Tag. Mit dem Wissen aus dem Telefongespräch mit dem Hersteller setzte Wiedner die Inspektion der Elektrik / Elektronik vom Vortag fort. An diesem Tag spielte die Elektrik den Verkäufern keinen Streich. Zum Ende haben wir einen Probelauf mit nur 50 m Seil einziehen durchgeführt. Danach waren wir zuversichtlich, dass das Getriebe, der Motor und die Steuerung grundsätzlich in einem akzeptablen Zustand waren. Nun begannen die Verkaufsverhandlungen.

Nach langem Ringen stand die Entscheidung fest. Der LSV Wittlage kauft die Winde und wir transportieren sie per Achse nach Bohmte. Deutlich unter der Hälfte des Anschaffungspreises war das Ergebnis unserer Verhandlungen.

Die Verträge wurden unterschrieben und Kassierer Christian Stellwag der Wittlager Luftsportler überwies den Kaufbetrag“.

Die Abordnung hatte nun auch erfahren, warum dieser französische Luftsportverein an der spanischen Grenze die neuwertige Winde veräußern möchte. Angeschafft wurde sie quasi als Förderung des Luftsports von der  französischen Regierung, die diesen Verein eine Startwinde mit Zubehör im Wert von 120.000 € zur Verfügung stellte. Es zeigte sich aber, dass die für Segelflieger begehrten französischen Alpen aus der Windenstartausklinghöhe nicht zu erreichen waren. Nun soll das Geld vom Luftsportverein Wittlage genutzt werden, um damit ein Motorflugzeug mit Schleppkupplung anzuschaffen.    

Helge Rakers weiter: „In der Zwischenzeit, während der Geld-Transfer eingeleitet und auf den Weg gebracht wurde, startete die Planung der Rückreise. Der Renault LKW mit Baujahr 1989 und das Aggregat wurden reisefertig gemacht, unsere Taschen fanden ihren Weg in den LKW.

Von Vorteil waren die bestehende französische Straßenzulassung beider Gefährte sowie die entsprechenden LKW Führerscheine zweier Luftsportler aus Bohmte.

Gegen 18:15 Uhr, es war bereits dunkel, starte der Konvoi Richtung Bohmte. Vor uns lagen 1570km Wegstrecke. Auf dem ersten Abschnitt in Richtung Pau begleitete uns ein Mitglied des Vereins und zeigte uns den kürzesten Weg Richtung Autobahn.

Bevor wir auf die Autobahn fuhren stärkten wir uns in einem Schnellimbiss mit dem großen „M“. Ab da wurde nur noch zum Diesel tanken und „Wasser lassen“ angehalten.

Auf so einer langen Fahrt mit einem eigentlich zu schwach motorisierten sonderbaren Gefährt erlebt man so einige Geschichten: Berge die wir mit 30km/h hinauf krochen, Talfahrten bei denen das „Geschoss“ immer weiter beschleunigte.

Mehrfach erlebten wir an französischen Mautstellen dass viele ausländische Lkws von der Polizei heraus gewunken wurden, nur wir mit französischem Kennzeichen durften passieren….       

Nach vielen Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel am Dienstag gegen 22:15 Uhr. Am Flugplatz in Bohmte erwarteten uns unsere Vereinskameraden mit Gegrilltem und einem Feierabendbier“.

Soweit Helge Rakers mit seinem ungewöhnlichen Reisebericht. Nach Inspektion und kleiner Reparatur dieser Tage durch einen Techniker des Windenherstellers und Abnahme durch einen Prüfer des Deutschen Aero- Clubs wurde allgemein festgestellt, das die Wittlager Segelflieger ein Schnäppchen sowohl preislich als auch strukturtechnisch aus Südfrankreich nach Bohmte geholt haben. Am Tag der offenen Tür am 1. Mai kann diese Elektrostartwinde auf dem Flugplatz in Bohmte besichtigt werden. 

Elektrostartwinde aus Südfrankreich: Helge Rakers, Andreas Wiedner und Volker Raseck (von links) fuhren über 1.500 km die zukunftweisende Segelflugstarttechnik  nach Bohmte.

 

Schieberegler ersetzt Fußgas: Die Kraft des Elektromotors entfacht dieser „Discoregler“.

 

Zufrieden: Prüfer Stefan Krahn vom Deutschen Aero- - Club (Vordergrund) und Startwindenobmann Helge Rakers bei den Abnahmeschlepps der Elektrowinde.

 

Parallelbetrieb:  Kurzfristig wird das 35 Jahre alte „Feuerrote Spulmobil) (Vordergrund) durch die Elektrowinde ersetzt.

 

Vorläufiger  Energielieferant: Das mit erworbene Stromaggregat versorgt die Akkus der Elektrowinde mit Strom. Später sind Festnetzanschlüsse an den Flugplatzenden geplant. 

 

Foto 1-4 : Friedrich Lüke

Foto 5: Helge Rakers

Text Friedrich Lüke und Helge Rakers

 

 

 

eingetragen von Friedrich am 08.12.2016
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Wittlager Kreisblatt vom 22. März 2016 und andere

Startwinde wird am 1. Mai präsentiert

Versammlung des Luftsportvereins Wittlage – Neuanschaffungen und Ehrungen

 

Nach einem traditionellen Grünkohlessen auf der Jahreshauptversammlung der Luftsportler im Gasthof Riemann in der Bohmterheide gaben Vorsitzender Heinz Wischnat und Stellvertreter Dirk Nedderhoff Einblicke in die vielfältige Vorstandsarbeit. Kassierer Christian Stellwag bekam von den Kassenprüfern Lob für gute und schlüssige Buchführungen, was Friedrich-Wilhelm Lienke vortrug.

Es folgten die Jahresberichte der Fachbereichsleiter Ausbildung (Friedrich Lüke), Technik (Joachim Stark), Jugendgruppe (Florian Johanniemann)und  Modellflug (Bernhard Ruminski). Zuvor konnte Vorsitzender Heinz Wischnat zahlreiche Ehrungen vornehmen.

Für 10-jährige Mitgliedschaft Florian Johanniemann, Focke und Stefan Löschen, 20 - jährige Mitgliedschaft Helge Rakers. Weitere Mitglieder wurden mit Urkunden und Ehrennadeln des Deutschen Aero Clubs, Landesverband Niedersachsen ausgezeichnet. Für  25 – jährige Mitgliedschaft war das  Hans Otto und Heiner Husemeyer. Joachim Stark ist seit 50 Jahren dabei. Der gebürtige Bohmterheider ist über den Modellflug zum Luftsportverein gekommen. Der Segelfluglehrer und Werksattleiter bekleidet im Vorstand den bereich Technik. Für seine Verdienste um den Luftsportverein wurde ihm zusätzlich ein Geschenkgutschein überreicht, die er zur Anschaffung eines neuen Funkgerätes für sein privates Segelflugzeug nutzt.

Nach Entlastung des Vorstandes standen einige Posten turnusmäßig zur Wahl an. Heinz Wischnat hatte sich auf der letzten Vorstandssitzung eine Nacht Bedenkzeit gegeben, um dann noch mal für den Vorsitz zu kandidieren. So wurde dann zügig 1. und 2. Vorsitzender, Kassierer, Schriftführer und Modellflugleiter neu gewählt. Resultat war die Bestätigung des amtierenden Vorstandes in alter Besetzung. Stellwag konnte bei der Vorstellung des Haushaltplanes 2016 außergewöhnliche Ausgaben für Reparaturen aus 2015 auffangen, die durch Reparaturen an den Motorflugzeugen und der Tankstelle entstanden. Zudem sind im neuen Plan die Anschaffung von 6 Funkgeräten berücksichtigt, die durch eine Verordnung der Flugsicherung wegen Änderung der Frequenzkanalabstände bis  1.Januar 2018 ausgetauscht sein müssen. Auch die Finanzierung der Ausbildung von drei  Fluglehreranwärtern ist im Haushaltplan vorgesehen.

Ein kurzfristig aufgenommener Tagesordnungspunkt war die Anschaffung und Finanzierung einer neuen Segelflugstartwinde. Das über 34 Jahre alte markante Startgerät war in letzter Zeit sehr Reparaturanfällig geworden. In den Focus geraten war als Ersatz  eine erst 6 Jahre alte Elektrowinde nebst eines Notstromaggregates für 50.000 €. Diese zukunftweisende Technik wird bereits seit 10 Jahren in Melle erfolgreich eingesetzt. Ein 200 Kilowatt Drehstrommotor bezieht seine Leistung aus 50 hintereinandergeschalteten Bleiakkus mit je 90 Amperestunden.

Aus 600 Volt Gleichspannung wird die nötige Energie umgeformt für den Betrieb des Elektromotors. In den Ruhezeiten zwischen den Starts müssen die Akkus nachgeladen werden. Das macht dann vorerst ein Notstromaggregat, das im Kauf inklusive ist. Inzwischen gibt es bereits Kostenvoranschläge des Stromversorgers Westnetz, um die  Standplätze der Startwinde per Erdkabel mit Strom zu versorgen. Kassierer Stellwag: „Kaufmännisch kann ich als gelernter Bänker dem Projekt Elektrowinde im Moment nicht zustimmen, wir können nur Geld ausgeben, was wir haben“. Das vertrat auch 2. Vorsitzender Nedderhoff. Doch die Luftsportler hatten aus eigenen Reihen in sehr kurzer Zeit und auch noch an diesem Abend frisches Geld in Form von Privatdarlehen und Spenden offeriert. Vorsitzender Wischnat stellte dann diesen zukunftsträchtigen und auch aus ökologischer Sicht wichtigen Tagesordnungspunkt zur Abstimmung. Mit dem Ergebnis, das eine Expertenkommission der Luftsportler schon am vergangenen Sonntag nach Südfrankreich gereist ist, um das Objekt zu begutachten und bei Daumen hoch gleich per Straße mitbringt.

So wird neben der Neuanschaffung eines 2. Ultraleichtflugzeuges auch noch eine fasst neue Startwinde am Tag der offenen Tür am 1.Mai der Öffentlichkeit präsentiert. FL

Der Vorstand mit (von links)  Florian Johanniemann, Dirk Nedderhoff, Kristin Bühning, Heinz Wischnat, Hermann Kemper, Joachim Stark, Friedrich Lüke und Christian Stellwag.  

Heinz Wischnat und Dirk Nedderhoff ehrten von links Joachim Stark, Helge Rakers, Florian Johanniemann und  Heiner Husemeyer.  

 Windenstart elektrisch: Diese baugleiche Winde aus deutscher Herstellung (im Vordergrund) soll in Bohmte zukünftig Segelflugzeuge hochziehen. Archivaufnahme auf dem Flugplatz Bohmte aus 2006, wo die damals neue Elektrowinde aus Melle neben der Winde der Luftsportler steht.   

 

Foto 2+3 :  Friedrich Lüke

Foto 1: Michael Hartmann

 

eingetragen von Friedrich am 08.12.2016
Presse

Wittlager Kreisblatt vom 20. Februar 2016 und  andere Zeitungen

                                      

Geld verdienen mit Drohnen

 

Michael Hartmann aus Lübbecke filmt Hochzeiten und Immobilien –

Trend birgt Chancen und Risiken

 

Sie sollen demnächst wichtige Medikamente im häuslichen Garten absetzten, sind auch schon vom Festland zu einer ostfriesischen Insel als Paketbringer im Einsatz gewesen und fliegen (noch) unbemannt. Die Rede ist von sogenannten Drohnen oder Multicoptern.

Von Friedrich Lüke

Michael Hartmann aus Lübbecke bietet mit seiner Drohne Dienstleistungen im Bereich Luftaufnahmen.

 

Bohmte / Lübbecke. Mehrere Rotoren sorgen für den nötigen Auftrieb, kleine leistungsfähige Drehstrommotoren in Verbindung mit leichten Lithium-Polymer-Akkus, die auch z.B. bei  Elektrofahrrädern eingesetzt werden, machen diese Fliegerei erst möglich. Entscheidend ist aber die ausgeklügelte Regelungstechnik, die als Massenprodukt zu günstigen Preisen mittlerweile am Markt ist. Der am Boden stehende Drohnenpilot währe total überfordert, die vielen Motoren mit der Hand so zu regeln, das dieses eigentlich fliegerisch instabile Gebilde ruhig in der Luft stehen bleibt.

Somit haben Modellfluganfänger mit diesen „Flugautomaten“ kaum Probleme, ein Flugzeug mit Tragflächen und Steuerruder bedarf wesentlich mehr Übung. Man hat Großes vor mit diesen sich selbst im Fluge stabilisierenden Plattformen. Etabliert haben sie sich bereits bei Filmproduktionen und Überwachungsaufgaben sowie bei Landvermessungen. Im Hobbybereich sind sie in fasst jedem Haushalt zu finden, wo Kinder und jung gebliebene Erwachsene schnell den Umgang mit der Fernsteuerung erlernen können. Die kleinen meist Handtellergroßen kleinen Hubschrauber oder Multicopter schwirren  um den Kuchentisch – wenn man es kann. Dank eingebauter Lagesensoren übernimmt intelligente Elektronik die Hauptarbeit, diese Gebilde in der Luft zu halten, bis dann doch die nächste Wand dem Schweben ein Ende bereitet. Mit 25 € ist bereits der Hobbyeinstieg möglich und endet im Profibereich auch mal bei 30.000 €.   

Michael Hartmann aus Lübbecke, Luftsportler in Bohmte, ist auch Drohnenflieger. Der 24 – jährige hat gerade sein Studium in Luft – und Raumfahrttechnik abgeschlossen und im dualen Studium eine Ausbildung zum Berufspiloten durchlaufen. Zum Luftsportverein Wittlage kam er durch Zufall, denn der Modellflugplatz in Frotheim bei Espelkamp war im Frühjahr 2009 wegen Nässe nicht nutzbar. Da man sich gut kennt, wird in solchen Fällen auf Nachbarflugplätzen geflogen, so auch in Bohmte. Und da hat seinerzeit der Autor dieser Zeilen zufällig Segelfluglehrerdienst und fragt den 16-jährigen Michael Hartmann am Flugplatzzaun, ob er einfach mal im Segelflugzeug mitfliegen möchte. Daraus ist dann im „Senkrechtstart“ der Segel,- Motor – und Ultraleichtflieger geworden. Er hat für alle Flugzeuge des Luftsportvereins einen Pilotenschein und ist aktuell als zukünftiger Motorfluglehrer in einer Flugschule in Hannover in der Ausbildung. Der „gelernte“ Modellflieger lässt aber sein Basishobby nicht aus dem Auge. Schon früh setzte er sich mit der noch jungen Technik der Drohnen auseinander. Diese fliegenden Automaten, die eigentlich mit Modellflug weniger was zu tun haben, sind aber für bestimmte Dinge gut zu nutzen. So kam Hartmann auf die Idee, sich mit diesen mehrrotorigen senkrecht startenden Drohnen nach dem Studium neben dem Einstieg ins Berufsleben ein kleines Standbein aufzubauen.

Bedeutet Investition  in eine Drohne mit 4 Rotoren und hochauflösende Kamera für Foto und Video inklusive kardanische Aufhängung des Systems für ruhige Aufnahmen von 1.500 €. Dazu kommen für gewerbliche Aufstiege eine Genehmigung der zuständigen Luftfahrtbehörde und der Abschluss einer Haftpflichtversicherung sowie Gewerbeanmeldung. Geflogen wird nach Sicht, 100 Meter Höhe sind erlaubt, mehr als 200 Meter seitlich sind in etwa möglich. Auf einem speziellen Videokanal kann der am Boden stehende Pilot auf einem Display sich ein Bild  von dem Objekt machen und die Drohne und Kamera ausrichten. Etwa 15 Minuten Flugzeit sind in den Akkus gespeichert, dann muss die Drohne gelandet werden oder sie kommt Dank Satellitennavigation  selbstständig an ihren Startplatz zurück. Und zwar mit einer weichen Landung. „Der Vorteil dieser Technik, so Hartmann, ist der geringere Aufwand für Luftaufnahmen und Videos. Ich mache meinen Koffer auf, kalibriere das Gerät und starte am Objekt. Während des Fluges kann ich auf Kundenwünsche eingehen und nach der Landung der Drohne sofort im Beisein der Auftraggeber alles auswerten oder sofort durch Neustart nachbessern“.

Die Drohne filmt eine Hochzeitsgesellschaft in Lübbecke

 

Firmenauftritte im Internet, Immobilien, Familienfeiern etc. ist das typische Spektrum für den Einsatz der Fotodrohne. Der Luftfahrtexperte hat auch eine klare Meinung zu Hobbydrohnenflieger, die in letzter Zeit für Schlagzeilen sorgten, indem sie unerlaubter Weise in Flughafennähe Verkehrsflugzeugen und Sportflugzeugen  zu nahe kamen oder bei „Blaulichtereignissen“ Personen und Rettungshubschrauber behindern. Dazu gehört auch Nachbars Balkon, der zur Tabuzone gehört. „Wer mit einer größeren Drohne (bis 5 kg Rüstgewicht sind erlaubt) als Hobbyflieger unterwegs ist, sollte sich darüber im Klaren sein, was er tut“. Hartmann bietet auch  Einweisungen in der Drohnenfliegerei an, damit durch Unkenntnis  der Vorschriften und Luftraumgliederungen dem Hobbydrohnenpiloten nicht Bußgelder drohen. Michael Hartmann ist im Internet auf seiner Homepage Skynamix.com erreichbar.

Diese Minihubschrauber schwirren in vielen Kinder - und Wohnzimmern herum

    

Fotos : Friedrich Lüke und Michael Hartmann

 

 

 

eingetragen von Friedrich am 08.03.2016
Presse

Wittlager Kreisblatt vom 5. Februar 2016 u.a. Zeitungen

Neues Ultraleichtflugzeug für Wittlager Luftsportler

Vorstellung am 1.Mai geplant - Zwei Mitgliederversammlungen vor dem Beschluss

 

Wenn es eine aufstrebende Sparte gibt in der Sportfliegerei, dann sind es die sogenannten UL, s. Diese in der Fliegerumgangssprache gebräuchliche Abkürzung steht für Ultraleichtflugzeuge. Auch die Wittlager Luftsportler sind seit 8 Jahren auf diesen Zug aufgesprungen, eigentlich aber schon 1983, 1 Jahr nach offizieller Zulassung dieser etwas anderen Fliegerei.

Schlank und rassig: Das neue Ultraleichtflugzeug Dynamic WT 9 wird im                              Frühjahr in Bohmte erwartet.                                                                                      Foto: Fun Flight

 

FL BOHMTE.Von Anfang an war Friedrich Lüke dabei, der 1983 auf dem ersten Fluglehrerlehrgang des Deutschen Aero - Clubs für Ultraleichtflieger auf dem Fliegerhorst Manching die Lehrberechtigung erwarb. Die Gründerväter waren Flieger, die für den kleinen Geldbeutel die Motorfliegerei ermöglichen wollten. Dabei wurde anfangs in Kauf genommen, in sogenannten „Drahtverhauen“ einsitzig mit Geschwindigkeiten um die 70-80 km/h in offenen Führersitzen über die Lande zu fliegen.

Das wird zwar heute auch noch als besonders intensives zum Teil ganzkörperumströmtes Fliegererlebnis empfunden, aber die Weiterentwicklungen der Ultraleichtflugzeuge zielten auf den Motorüberlandflug ab. Heute ist es möglich, 2 Personen mit Geschwindigkeiten von 150 – 200 km/h zu befördern, wobei ein geschlossenes Cockpit, Heizung, Gepäckfach, geringer Geräuschpegel und der moderate Spritverbrauch eines PKW im Pflichtenheft stehen. Eine Besonderheit ist seit der Einführung der ultraleichten Fliegerei in den Bauvorschriften verankert. Es ist hier zwingend ein Gesamtrettungssystem vorgeschrieben, das im Fall eines Falles Flugzeug und Besatzung sicher am Fallschirm zu Boden bringt. 2010 hatten die Verantwortlichen im Verein erkannt, dass ein eigenes Ultraleichtflugzeug im Bestand auch neue Mitglieder anlockt. Die Formel: „Neues zeitgemäßes umweltgerechtes (Flug)Sportgerät = neue Mitglieder und dadurch wesentliche bessere pro Kopf Verteilung der Gesamtunterhaltungskosten der Luftsportstätte“ ist bei den Wittlager Luftsportlern voll aufgegangen. Längst ist der VW der Ultraleichtflieger, die im schwäbischen Mengen hergestellte Comco C 42 B, durch eine baugleiche neue Maschine ersetzt. Das ist der guten Nutzung geschuldet, nach 5 Jahren und 1000 Flugstunden hat es sich gerechnet, dieses Flugzeug zu verkaufen und gegen Neu einzutauschen.

Jetzt haben sich die Luftsportler entschlossen, ein zweites ultraleichtes Flugzeug anzuschaffen. Mehr ausgebildete Piloten bedingt auch mehr Vorhalten von Fluggerät. Dazu waren zwei Vollversammlungen im Oktober und Dezember letzten Jahres notwendig, um aus einer unüberschaubaren Typenvielfalt das richtige Ultraleichtflugzeug zu finden. Probieren war angesagt, mehrere Typen gaben sich  auf dem Bohmter Flugplatz ein Stelldichein. Die Rahmenbedingungen waren vom Vorstand und einer Beschaffungskommission abgesteckt. Anschaffungspreis max. 75.000 €, der Nutzungspreis pro Flugstunde für Mitglieder sollte bei 75 € liegen. Im Vergleich zum vorhandenem ultraleichtem Flieger eine moderate Anhebung von 20.000 € im Kauf und 15 € Flugpreiserhöhung pro Stunde kamen in Einklang zur mehr Flugkomfort und höherer Reisegeschwindigkeit. Die Verzinsung und Tilgung des Darlehens bewerkstelligt die Nutzung. Sollte das Projekt wiedererwarten nicht angenommen werden, wird das Flugzeug fasst risikolos an den Markt zurückgegeben. Im Auge hatten die Luftsportler und insbesondere der haftende Vorstand eine vernünftige Zuladung.

„Es sollten doch mehr als 2 Zahnbürsten zusätzlich als Gepäck zugeladen werden dürfen, schließlich sollte der neue Flieger auch für mehrtägige Reisen genutzt werden“, war die einhellige Meinung. Das war bei der ersten Entscheidung nach der Zusammenstellung der notwendigen Einbauten doch deutlich über dem Gewichtslimit. Nun kam Wunschmodell Nummer 3 zum Zuge. Ganz aus Kunststoff und jedem Flieger ins Auge springend wegen der gelungenen schlanken fließenden Formen. Doch der Haken lag im Anschaffungspreis. „Wenn dieses Flugzeug gekauft wird, dann müssen Spenden oder Finanzierungsmodelle auf den Tisch, damit die fehlenden restlichen 30.000 € den Verein nicht belasten“, so 2. Vorsitzender Dirk Nedderhoff, der auch noch nachschob, das der Flugstundenpreis durch die Anschaffung des höherwertigen Fliegers sich nicht ändern dürfe.

Angemerkt wurde auch, dass das vorhandene und neu hinzukommende Flugzeug durchaus als Werbefläche zu vermarkten sei. Das neu bestellte Flugzeug von der der Firma Aerospool in der Slowakei ist ein Tiefdecker mit 9 Meter Spannweite und wird von einem 100 PS Rotax 4 Takt Motor angetrieben. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit liegt bei 200 km/h und übertrifft das vorhandene Modell deutlich. Ausbildungsleiter Friedrich Lüke: „Dieses in vielen Vereinen geflogene Ultraleicht wird unsere Piloten, gleich welcher fliegerischer Vorbildung, nicht enttäuschen. Das gutmütige vorhandene Basismodell C 42 – dem in Fliegerkreisen schon mal scherzhaft nachgesagt wird, das es von selber fliegt, weil Hässlichkeit sich von der Erde abstößt, bleibt das liebgewonnene Flugzeug für die Alltagsaufgaben wie Schulungen, Feierabend - und Rundflügen.“ 

Die zweite gut besuchte Versammlung stimmte kurz vor Weihnachten dann fasst einstimmig für diese fortschrittliche Lösung, nachdem Mitglieder Spenden zeichneten und auch Preisnachlässe des Händlers aus Münster im Raum standen.

Wenn es gut läuft, wird der neue 2 – sitzige Tiefdecker, der in 45 Minuten von Bohmte die Insel Wangerooge erreicht, zum Tag der offenen Tür am 1.Mai in Bohmte sein.   

Beginn eines neuen Zeitalters: Im August 2010 holen   Christian Stellwag (links) und Guido Osterheider das erste Ultraleicht des Vereins im schwäbischen Mengen vom Hersteller ab.

Foto: Friedrich Lüke

Bei Gefahr ziehen: Dieser Griff löst die Fallschirmrettung für Flugzeug und Besatzung aus, hier noch am Boden durch einen Stift gesichert.

Foto: Friedrich Lüke

 

 

eingetragen von Friedrich am 12.02.2016
Presse

Wittlager Kreisblatt vom 3. November 2015

Das Fliegen lernen in Bohmte

Schnuppertag beim Luftsportverein gibt den Anstoß

 

FL Bohmte Den ersten Alleinflug vergisst kein Luftsportler, zu intensiv sind die Eindrücke, gleich welche Gattung der Fliegerei gewählt wurde. Manuel Tücke aus Pr. Oldendorf entschied sich 2014 nach einem Schnuppertag bei den Wittlager Luftsportlern für eine Ultraleichtflugausbildung auf dem Flugplatz in Bohmte. Nun stand für den 35 – jährigen,  verheirateten selbstständigen Ausbilder für Personensuchhunde der erste Alleinflug an. Fluglehrer Christian Stellwag gab nach einer umfangreichen Grundausbildung nach Überprüfung durch einen zweiten Fluglehrer grünes Licht für dieses „Erlebnis“, 3 sogenannte Soloplatzrunden über dem Bohmter Flugplatz zu „drehen“. Ergebnis: Alles bestens geflogen, Fluglehrer und Flugschüler waren mit den Flügen sehr zufrieden. Das im Mai neu angeschaffte Flugzeug, das ein baugleiches ersetzt hat, hat bereits wieder 200 Flugstunden absolviert. Die Mitglieder entscheiden Ende Oktober in einer außerordentlichen Versammlung über die Anschaffung eines weiteren Ultraleichtflugzeuges dieser aufstrebenden Sparte.    Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten im Luftsport unter www.lsv-wittlage.de

Manuel Tücke (rechts) mit Fluglehrer Christian Stellwag vor dem Vereinsultraleichtflugzeug vom Typ Comco C 42

Foto: Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 05.02.2016
Presse

Wittlager Kreisblatt vom 30. Oktober 2015.  Untenstehender Text weicht  von der aktuellen Ausgabe wegen redaktioneller Kürzungen ab.

Durch Zufall vom Virus Fliegen infiziert

Stefanie Witte hat in Bohmte das Fliegen gelernt

Geschafft: Stefanie Witte mit Fluglehrer Friedrich Lüke nach den Alleinflügen.

Foto: Thomas van Almsick

 

Von Friedrich Lüke

Bohmte. Friedrich Lüke ist Ausbildungsleiter und Fluglehrer im Luftsportverein Wittlage. Im Rahmen einer Reportage schildert er den Weg einer seiner Schülerinnenvom ersten Mitflug bis zur alleinigen Beherrschung des Cockpits.

Es ist Samstag 16 Uhr, Stefanie Witte trifft auf dem Flugplatz in Bohmte ein. So wie schon oft, hat sie per Internet eine Verabredung gebucht, die ein Ultraleichtflugzeug mit einem Fluglehrer beinhaltet. Das Ultraleichtflugzeug gehört dem Luftsportverein Wittlage, der Fluglehrer, so meinen schon einige, gehört auch zum Inventar, quasi im Set dazu. So kann es auch nur funktionieren, da gibt es keinen Unterschied, ob sich Sportler auf dem Sportplatz mit einem Trainer zum Fußballspielen treffen oder hier auf dem Bohmter Flugplatz zum Fliegen lernen. Eine kurze Begrüßung: „Ich mach schon die Maschine klar, kommst du dazu?“ „Na klar, wir hatten doch heute etwas besonderes vor“, gebe ich zurück. Ich, das ist in diesem Fall Friedrich Lüke, eigentlich landläufig Fitti genannt. Stefanie Witte aus Osnabrück ist begeisterte Ultraleichtpilotin geworden, die durch Zufall ihr Hobby gefunden hat. „Durfte“ sie doch in ihrer Volontariatzeit in 2014 beim Wittlager Kreisblatt unter anderem meine Berichte über den Wittlager Luftsport bearbeiten und verbessern.

Das blieb nicht ohne Folgen, denn wer erfolgreich in diesem Job werden will, muss liefern, da ist eine Reportage über die Fliegerei bei den Wittlagern Luftsportlern genau richtig. Eine Win - Win Situation für beide Seiten. Dieser gelungene Bericht in fast allen Ausgaben der Neuen Osnabrücker Zeitung hatte auch bei Stefanie Spuren hinterlassen, denn die Reportage (wir berichteten im letzten Jahr) beinhaltete auch den Mitflug in einem Segel - und Ultraleichtflugzeug. Letzteres fiel in ihr „Beuteschema“, das nicht nur dem Volontariat geschuldet, sondern es passte auch in das Freizeitgefüge. Zeitungsleute müssen nun mal auch Sonntag, s arbeiten, wenn am Montag die Neuigkeiten im Briefkasten stecken sollen. So sind wir dann zusammengekommen, auf der einen Seite ein Mitglied, das nebenbei die Pressearbeit des Luftsportvereins betreut und eine Fluglehrerlizenz sein Eigen nennt. Der Ruhstandstatus ist die Garantie für flexible Flugstunden unter der Woche, wenn Enkel und Ehefrau grünes Licht für längere Abwesenheit auf dem Flugplatz geben. Auf der anderen Seite eine junge Reporterin der Neuen Osnabrücker Zeitung, die im Volostatus durch alle Abteilungen geht und auf flexible Freizeitstunden angewiesen ist. So haben wir uns oft unter der Woche auf dem Flugplatz getroffen. Der Auftrag lautet: Ich möchte das Ultraleichtfliegen lernen. Freund Thomas van Almsick, mit dem sie die Wohnung teilt und der in der Lehrerausbildung steckt, wurde von Freundin  Steffi nun auch von dem neuen Hobby infiziert. In der Begeisterung hat sie nun auch privat zu Hause und Bekannte und Berufskollegen mit dem Virus Fliegen „überzogen“.  Nun habe ich zeitweise beide auf dem Schülersitz des Ultraleichtfliegers sitzen, wobei ihr Tom im Moment fliegerisch ein wenig kürzer tritt. Wohnung, Auto und der Lebensunterhalt als Referendar und Volontärin fordern vorsichtigen Umgang mit den Ressourcen.

Was geht denn beim Fliegenlernen im Cockpit so ab, ist sicherlich von großem Interesse. Wenn zwei nebeneinander sitzen und die Eine vom Anderen etwas lernen will. Das Ultraleichtflugzeug ist technisch von Steffi nach Klarliste gescheckt, Sprit (Autobenzin) schwappen 25 Liter im Tank, das reicht sicher für 45 Minuten Aufregung. „Wo rollen wir denn heute hin“? höre ich als Frage im Kopfhörer. Da wo die Segelflieger stehen, ist immer richtig und der Flugleiter bestätigt im Funk die Startrichtung, in der Fliegerei wird immer gegen den Wind gestartet. Motorüberprüfung, rollen auf die Piste, Vollgas. Flieg bitte so wie immer, gebe ich über die Gegensprechanlage durch. Mehr Worte fallen nicht, ich sehe dem Treiben tatenlos zu, sie kann es. Dann die Landung, jetzt müsste sie doch die Schnauze (des Flugzeugs) mit dem Steuerknüppel etwas anheben. Es passiert von selbst, ohne Ansprache, das Bugrad bleibt lange angehoben, Landeklappen wieder in Startstellung, nach 3 Minuten alles wieder von vorn.

Wenn alles geübt ist und sicher sitzt, wenn der Fluglehrer in Ruhe von oben im Landeanflug den Startvorbereitungen der Segelflieger zuschauen kann, dann muss der Selbständigkeit die Krone aufgesetzt werden. Vergessen sind die Mühen aus den ersten Schulstunden, wo Fragen, was muss ich denn jetzt machen, wie geht abfangen (Flugzeug über der Piste parallel ausschweben lassen). Lange haben wir an diesem Problem gefeilt, was sich landen nennt, da muss Mann/Frau durch, es ist nicht im Lehrbuch vermittelbar, es muss praktisch geübt werden. Dank ist an dieser Stelle den Konstrukteuren dieses Ultraleichtfliegers aus dem schwäbischen Mengen geschuldet, die genügend Festigkeitsreserven in die Fahrwerkskonstruktion gesteckt haben. „Rolle bitte nach dieser Landung einmal kurz auf die Abstellfläche und stelle das Triebwerk ab“, entscheide ich.

„So Steffi, ich bin hier über, wir haben Notlandungen geübt, kritische Flugzustände herbeigeführt und gelernt, diese zu beherrschen. Jetzt fliegst du 3 Platzrunden allein“, sind meine Worte. Ich gebe ihr noch mal alle fünf zum Abklatschen und mein angestammter Platz bleibt frei. Zum Start rollen, Vollgas und nach wenigen Metern ist Steffi allein unterwegs. Ich stehe am „Spielfeldrand“ und Freund Tom gesellt sich dazu, zur Beruhigung liegt noch ein Handfunkgerät im Gras. Dieser Moment wird mit der Videotaste mit den heutigen Möglichkeiten festgehalten, er ist nicht wiederholbar. Dreimal allein ums Eck, den Start eines Segelflugzeugs durch Verlängerung der Platzrunde mit  eingebaut, weiche Landungen. Da schlägt auch das Herz eines Fluglehrers höher, pure Begeisterung. Sie stellt den Flieger direkt neben uns Beobachtern ab und erzählt überschwänglich, was abgegangen ist.

„Auf der Piste kurz vorm Start war dann ein kleiner Nervenkitzel –Moment: wenn ich alleine abhebe, was nicht so schwer ist, muss ich auch alleine wieder runter kommen! Richtig, auch die Tatsache, wenn die 95 kg Lebendgewicht des Fluglehrers fehlen, sind 80 PS mit dem Idealgewicht einer 27 - jährigen für den ultraleichten Flieger eine Spielerei. Sie steigt aus, glücklich,  Umarmungen von Fluglehrer und Freund Tom sind ihr sicher. „Und am Ende habe ich mich gefühlt wie beim Seepferdchen, eigentlich kann man ja schon schwimmen, hat es dann aber noch mal schwarz auf weis“, so Steffi nach ihren Soloflügen. Jetzt heißt es erstmal Alleinflugerfahrung sammeln, andere Flugplätze kennen lernen  und aktuell den Unterricht für das Flugfunken besuchen. Und sie bedankt sich ausdrücklich bei ihrem Fluglehrer, der Geduld mit ihr hatte. Und das gebe ich gerne weiter an die anderen Fluglehrerkameraden und den anderen Mitgliedern der Fliegergemeinde, die das Fluggerät warten, den Flugplatz in Schuss hält und an den Vorstand, der diesen Verein mit vielem frischem Aufwind nach außen vertritt.   

Stefanie Witte an Bord des Flugzeugs.

Foto  Friedrich Lüke

 

eingetragen von Friedrich am 05.02.2016
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Wittlager Kreisblatt vom 14. September 2015

Bohmte: Von der MiG 23 in den Segelflieger

Axel Danzers erster Alleinflug - Einen Traum spät verwirklicht

Von Friedrich Lüke

Bohmte. 56 Jahre alt musste Axel Danzer werden, um seinen Traum vom Fliegen auf dem Bohmter Flugplatz zu verwirklichen. Die Geschichte ist nicht so geradeaus erzählt, denn es hat ein paar Zufälle gegeben, die den aus Wolgast in Mecklenburg – Vorpommern stammenden auf den Bohmter Flugplatz verschlagen haben.

Bei einem Ausflug von Lemförde nach Bohmte entdeckte er ein Hinweisschild zum Bohmter Flugplatz. Wobei Lemförde schon seit 13 Jahren aus beruflichen Gründen sein Zuhause ist. An der Von-Sanden-Oberschule bekleidet er die Stelle eines Schulassistenten und fährt nur jedes zweite Wochenende in seine Heimat zur Familie.

„Da war diese Stelle ausgeschrieben und somit bin ich dann in Lemförde gelandet“, so der verheiratete Familienvater mit einem Kind. Das Interesse an der Fliegerei war immer da, wurde bereits vor 40 Jahren geweckt, wo er als Jugendlicher in der DDR in der Gesellschaft für Sport und Technik in Laucha mit dem Segelfliegen begonnen hatte. Das dauerte allerdings nur kurze Zeit, denn kleine Flugplätze wurden wegen der Zentralisierung des Segelfliegens auf wenige Flugplätze, geschlossen. Gern erzählt Danzer auch aus der Zeit, wo er 10 Jahre in der Nationalen Volksarmee in Peenemünde in der Luftwaffe zuletzt als Truppführer an der Elektro- – Spezialausrüstung der MIG 23 gearbeitet hat.

Fliegerisch so vorbelastet saß er vor 2 Jahren als stiller Gast am Segelflugstart mit auf der Wartebank auf dem Bohmter Flugplatz, sah dem Flugbetrieb zu, kam ins Gespräch. Der erste Kuchen aus seinem Lemförder Backofen des „Scheinjunggesellen“ machte die Runde. Prädikat: Lecker,  weiter so, auch wenn dieser Leckerbissen nur alle 14 Tage zu erwarten ist. Aus einem Gastflug wurde schnell ein Schnupperflug, dann kam seine Unterschrift auf den Aufnahmeantrag des Luftsportvereins. Nun war jedes Wochenende zwischen den Familienbesuchen in der alten Heimat mit vielen Fahrkilometern der nahe Flugplatz in Bohmte das Ziel. Sein selbsternannter Auftrag: Die Erlangung der Segelfluglizenz. So wird mancher sagen, mit 56 Jahren noch das Segelfliegen anfangen, ist man da noch fitt genug, um mit den 14-16 jährigen mitzuhalten? „Ja, es stimmt, wenn man älter wird, sind die Lerngeschwindigkeiten anders, es dauert ein wenig länger“, wissen die Fluglehrer zu berichten. Und da sind dann die Landungen, die aus ca. 150 Meter Höhe beginnend den Segelfluglandeplatz wie ein „schmales Handtuch“ aussehen lassen. „Auf dieser gepachteten Wiese muss die Kiste schön weich hingesetzt werden“, war oft der fromme Wunsch des Autors und anderer Fluglehrer. „Ruumms, das war ein Angriff auf die Bandscheiben, die Landung war für,n Arsch nicht so toll“, kommt aus dem hinteren Sitz. Aber so sind alle angefangen, je nach Veranlagung und Alter dauert es, bis der sogenannte Abfangbogen, also der Übergang vom Sinkflug zum parallelen Ausschweben über der Grasnabe perfekt sitzt.

Auffällig wurde Axel Danzer zwischendurch nicht nur durch seinen Kuchen, sondern auch durch seine aktive Mithilfe in allen Dingen, die der Luftsport so mit sich bringt. Eine Bereicherung für den Luftsportverein. Auf seine Initiative haben auch schon Schulklassen seiner Schule den Physikunterricht in Sachen Technik und Aerodynamik einen Vormittag auf den Flugplatz in Bohmte verlegt.  Der letzte Augustsamstag entwickelte sich zum ruhigen –A- Wetter, wie die Flieger sagen. „Heute wird sein Tag“, waren sich die diensthabenden Fluglehrer Christian Kolthoff und Friedrich Lüke einig. „So Axel, die Anschnallgurte rödeln wir hinten zusammen, mit dir will im Moment keiner mehr mitfliegen“, so die Ansage. Kaum Wind, die Sonne schon tief am Horizont startet Danzer zu seinen ultimativen Flügen. Alles gut gemacht, keine Zitterparty für alle beteiligten. Und zum Schluss gibt es traditionsgemäß so richtig den Hintern voll, für einen aus Meck – Pomm, mit Wohnsitz in Westfalen, der auszog, um in Niedersachsen das Fliegen zu lernen.  

Geschafft: Axel Danzer (rechts mit Distelstrauch neben Fluglehrer Christian Kolthoff) nach seinen Soloflügen.

Anspannung pur: Das Windenseil wird eingeklinkt, Axel Danzer fliegt zum ersten mal ohne Fluglehrer.

 

Fotos: Friedrich Lüke         

 

eingetragen von Friedrich am 05.02.2016
Presse

Wittlager Kreisblatt Lokales vom 27.August 2015 und div. andere Zeitungen

In Bohmte die Alleinflugreife erreicht

Ausbildung beim Luftsportverein

FL. Bohmte  Es hat sich in Fliegerkreisen rumgesprochen, das der Luftsportverein Wittlage auf seinem Flugplatz in Bohmte - Bad Essen auch in der Sparte Ultraleicht ausbildet. Neben dem etablierten Segelfliegen ist diese Sparte seit 2010 mit einem neu angeschafften Ultraleichtflugzeug ins Leben gerufen worden. Mit Erfolg, denn mittlerweile haben einige neue Ultraleichtflieger den Verein bereichert, Tendenz steigend. Durch die gute Nutzung hat der Verein konsequent gehandelt und kürzlich die Schulmaschine gegen ein neues baugleiches Exemplar getauscht.

Diese Art der Motorfliegerei geniest den Ruf, für Normalverdiener den Luftsport noch bezahlbar zu machen. Jetzt haben zwei Osnabrücker in Bohmte die Alleinflugreife erreicht. Marius Thiel aus Haste, der bereits mit einem motorisierten Drachen, einem sogenannten Minimum in der Luft unterwegs war, musste von der Steuerungsart durch Gewichtverlagerung mit seinem Körper auf den Steuerknüppel umgeschult werden. Der 35-jährige meisterte die Umschulung mit Bravur, eine schriftliche Prüfung bleibt ihm erspart, da er bereits eine Ultraleichtflugschein in der Tasche hat. Ohne fliegerische Vorkenntnisse erlernte Andre Nollmann (39) aus Eversburg in Bohmte das Ultraleichtfliegen. Es war schon immer sein Traum, einmal selbst zu fliegen. Dieses ging vor wenigen Tagen in Erfüllung. Sein Fluglehrer Christian Stellwag hatte abgenickt, Ausbildungsleiter und Fluglehrer Friedrich Lüke zugestimmt. Die fehlerfreien Platzrunden erfreuten Pilot und Fluglehrer. Jetzt lebt es sich mit bestandener theoretischen Prüfung und dem Status „Fortgeschrittener“ wesentlich entspannter. Das Ziel, mit Frau und Flugschein in der Tasche in einer Stunde Flugzeit auf den ostfriesischen Inseln zu landen, rückt näher. Infos auch unter www.lsv-wittlage.de

Ultraleichte Alleinflieger in Bohmte: Marius Thiel aus Haste (rechts) und der Eversburger Andre Nollmann mit seinem Fluglehrer Christian Stellwag.

 

Fotos: Friedrich Lüke 

 

 

eingetragen von Friedrich am 04.02.2016